Fragen zur Bordelektronik und Bordbatterie

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      Fragen zur Bordelektronik und Bordbatterie

      Hallo liebe Tüftler und Bastler,

      jetzt komme ich um die Ecke und bringe Fragen mit, die wahrscheinlich schon recht oft beantwortet worden sind - allerdings zum Teil schon ne' Weile her, also gibt's vielleicht neuere Infos!?

      Ich baue meinen Trapo ja gerade zum Camper um. Jetzt geht's gerade an die Bordbatterie. Da hab ich mich mit einem Freund zusammen getan, der von Berufswegen in elektrischen Angelegenheit deutlich mehr bewandert ist, als ich. Daher hier nur ein paar kurze Info's ob wir mit unseren Überlegungen richtig liegen:

      1. und 2. Battrie mit 16qmm-Kabel verbinden und dazwischen ein Trennrelais. Jeweils nahe am Pluspol der beiden Batterien mit 60A abgesichert. D+ von A2/Pin1 der ZE. Batteriewächter zwischen zweite Batterie und Sicherungshalter für die Verbraucher. Leitungen an den Strom der Verbraucher anpassen und entsprechend absichern ... fertig!

      Stimmt das soweit?

      Dann komm ich jetzt zu der Frage, die mich im Moment sehr stark beschäftigt. Was nehm' ich denn für eine Bordbatterie? Banner Running Bull AGM mit 70Ah?! Ich meine, anschließen will ich ne' Kühlbox, Wasserpumpe und Licht. Außerdem noch zwei USB-Steckdosen und eine normale 12V-Kfz-Dose... oder gibt's Bessere/günstigere Alternativen zu dieser Batterie?

      Danke, danke, danke!

      ..Landstrom hab ich nicht geplant und frei stehen werde ich vorr. im Sommer max 3-4 Tage. Dafür sollte ich doch hin kommen mit der Batterie, oder?

      Muss ich noch einen Schutz einbauen, damit die Batterie nicht überlädt?! Gibt's sowas überhaupt?
      Nein, die zweite 70 Ah Batterie genügt normal nicht für 3-4 Tage. Hängt vor allem von der Qualität des Kühlschranks, Umgebungstemperatur und häufigkeit der Öffnung ab.
      100-140 Ah sollte die zweite Batterie schon haben. Also letztlich 50-100% mehr als du kalkulierst.
      Wenn du viel auf die Ladefähigkeit deiner Lichtmaschine setzt wäre auch die ggf. in der Leistung anzupassen.
      Oder halt Solarpanel ergänzen.

      Bei Batterien ist auch die Zyklenfestigkeit wichtig. Du könntest auch eine gute Gel-Batterie nehmen, die hält dann einfach doppelt so lang wie eine günstige. Auch die guten AGM sind praktisch so teuer wie die Gel-Batterien. Die Preisunterschiede bei den AGM stehen auch für die Anzahl der Ladezyklen.

      Die guten Ladegeräte haben eine Ladekennlinie, die genau an den Batterietyp angepasst ist. Zusätzlich läßt sich herstellerspezifisch nach dem Datenblatt des Batterieherstellers noch die Spannungskurve für Schlussladung und Erhaltungsladung anpassen. Das ist enorm wichtig für die Lebensdauer deiner Batterie!
      Deine Frage nach dem Überladungsschutz ist schon bezeichnend. Ich hoffe, dein Kumpel hat mehr Ahnung.
      Lies dir z.B. mal diese Doku durch fraron.de/downloads/bda/BLG20M12V_BDA_09042014.pdf

      In solchen Datenblättern guter Hersteller findest du dann alle Angaben zur Batterie und ihrer Ladeanforderungen.
      victronenergy.de/upload/docume…-and-AGM-Batteries-DE.pdf



      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von „RalphCC2“ ()

      Danke @RalphCC2 für deine Hinweise. Tatsächlich hab ich von Autobatterien so gar keine Ahnung und mir in den letzten zwei Tagen versucht alles an Halbwissen anzueignen, was möglich war ;) Nicht viel, wie du siehst :D

      Über ein Ladegerät hab ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Das wäre ja auch eher zum Einlagern über den Winter interessant?! Hat also noch Zeit, so wie ich das sehe - oder muss ich auch in den Camper ein Ladegerät verbauen? Wie gesagt, Landstrom auf Campingplätzen wollte ich nicht abgreifen...

      Photovoltaik war auch schon im Gespräch - auch das ist etwas, was ich ggf. irgendwann nachrüsten werde, sofern es erforderlich wird. Im Moment geht es mir erstmal um eine gute und zuverlässige Batterie ... Also besser GEL als AGM? Kannst du mir da einen Tip für eine Batterie geben?

      Fragen zur Bordelektronik und Bordbatterie

      Hi,

      nur mit der Lichtmaschine aufladen wenn etwa nach 2 Tagen die 70 Ah Zweitbatterie leer ist wird schwierig bis unmöglich.

      Du brauchst ein Ladegerät für Landstrom daheim zum Aufladen und Pflege und unterwegs dann ggf Solar Panel.

      Eine Batterie kann ich dir nicht empfehlen. GEL nimmt man, wenn sie im Innenraum nicht gasen soll.
      Viele meinen dann die AGM sei günstiger als die GEL. Das ist jedoch nicht der Fall. AGM und GEL mit gleicher Zyklenfestigkeit sind etwa gleich teuer.
      Nimmst du eine AGM, die nur die Hälfte kostet, dann schafft die oft auch nur die Hälfte der Ladezyklen.




      Gesendet von iPhone mit Tapatalk
      Na dann plane ich doch gleich mal ein Solarpanel mit ein - am besten eines, dass ich neben das Fahrzeug stelle, wenn die Sonne scheint :) Und wenn ich ganz ambitioniert bin, dann klebe ich mir später mal eins auf's Dach!

      Als Bordbatterie (Akku) hatte ich jetzt eine dieser beiden angepeilt:
      "Victron Energy 12V 90Ah Deep Cycle Gel Batterie " oder "Exide ES950 Equipment Gel (85Ah)" ... wobei ich ggf. je nach Budget noch Luft bei den Ah hab, sodass ich auch auf 110Ah -120Ah hoch gehen könnte..
      Ja, z.B. wenn sie passen.

      AGM geht aber auch.

      Mein California wurde 96 ab Werk mit GEL-Batterien ausgeliefert. Das war damals so üblich, eben damit kein Knallgas im Wohnraum bei der Ladung entsteht. Das sollte aber sowieso eine gute Laderegelung verhindern.

      Heute werden in die California AGM Batterien verbaut. Möglicherweise auch um Geld zu sparen.

      Es mag Unterschiede bei der Eignung für Solarladung geben. Da kenne ich mich nicht so aus.
      GEL Batterien sind im Winter empfindlicher bei Tiefentladung. Da kann Frost die Batterie zerstören.

      Schaue dich einfach mal ein wenig auf dem Markt um.
      Hallo Ralf, hallo Metadingsda!

      Nicht nur Gelbatterien frieren entladen im WInter ein, auch die "nassen" (mit Flüssigelektrolyt) können unter -7°C platzen. Nur läuft bei denen dann während des Auftauens auch noch Säure im Auto herum.
      Ich hab bei mir im WOMO Banner Energybull drin, das sind zwar "gewöhnliche" nasse Akkus, aber eben schon für die Anwendung mit tieferer Entladung und Solarstromspeicherung gezüchtet. Die kosten kaum mehr als eine entsprechende Starterbatterie, und im Notfall kann man damit auch mal starten, wenn man das Licht vergessen hat.
      100Ah reichen, wenn man keinen Kühli betreiben will. Im Sommer darf der Kühli halt bei mir nur, wenn auch die Sonne scheint, dafür gibt es Schaltungen. Auf dem Dach hab ich dafür ein Panel mit 130W nominell, das sähe auf einem T4 mit Seriendach ziemlich klobig aus. Inzwischen gibt es aber teure, flexible und ganz flache Panels, die man direkt aufs Blech kleben kann. Allerdings hab ich schon von Leuten gehört, dass die auch überhitzen können, wenn das Dach gut gedämmt ist.
      Überladen ist nur mit Solarpanel oder mit Baumarkt-Billigst-Lader möglich, dafür braucht man dann Reglermodule.

      Gruß,
      Tiemo
      Moin!

      Ich habe nur 8qmm (2 x 4qmm), das reicht ebenfalls locker. Die Leitung arbeitet dann als Widerstand und der Strom wird dadurch deutlich niedriger. Die Leistung an der Leitung ist so gering, dass keine spürbare Erwärmung auftritt. Die Leitung von der 90A-LIMA zum Anlasser ist mit 10qmm ausgeführt, nur mal so als Vergleich. Von den 90A möchte ich aber höchstens die Hälfte im Beleuchtungsakku haben, besser noch weniger, denn dem tut schonendere Ladung sowieso besser. Natürlich ist auf diese Weise ein leergefeierter Akku nicht nach einer Stunde Fahren wieder voll, aber so eine Schnellladung mag sowieso kein Akku, schon garkeine Gelbatterien und Ähnliches.
      Wichtig ist, dass beim Startvorgang die Batterien sicher getrennt sind, damit keine 400A Anlassstrom zur Hälfte über diese Leitung fließen können, denn dann qualmt es, wenn man länger orgelt (schon ausprobiert, Trennrelais hatte versagt).
      Dazu gibt es in unserem T4-Wiki unter t4-wiki.de/wiki/Relais_J7_( Batterie -Trennrelais) noch eine ganze Reihe interessanter Informationen.

      In dem Zusammenhang habe ich mal ne Frage: Im T4-Wiki unter t4-wiki.de/wiki/Trennrelais-Steuerger%C3%A4t_TR-SG ist eine "intelligente" Trennrelais-Steuerung mit AVR-Tiny-Controller beschrieben, nur zur verwendeten Software (ohne die die Schaltung mehr oder weniger wertlos ist) steht dort leider garnichts. Wer hat das denn erfunden, und ist es möglich, die Software oder gar die Quelltexte irgendwo zu erhalten? Jemand von den "Foren-Fossilen" wird das wohl wissen...

      Gruß,
      Tiemo

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „tiemo“ ()

      tiemo schrieb:


      In dem Zusammenhang habe ich mal ne Frage: Im T4-Wiki unter t4-wiki.de/wiki/Trennrelais-Steuerger%C3%A4t_TR-SG ist eine "intelligente" Trennrelais-Steuerung mit AVR-Tiny-Controller beschrieben, nur zur verwendeten Software (ohne die die Schaltung mehr oder weniger wertlos ist) steht dort leider garnichts. Wer hat das denn erfunden, und ist es möglich, die Software oder gar die Quelltexte irgendwo zu erhalten? Jemand von den "Foren-Fossilen" wird das wohl wissen...

      Gruß,
      Tiemo


      Hallo Tiemo,
      die "wiki-Steuergeräte" sind meines Wissens nach alle von UdoZ, auch das Trennrelais-Steuergerät. Da er in letzter Zeit hier im Forum nicht mehr so präsent ist, würde ich ihn bei Fragen per E-Mail kontaktieren: Wiki --> Impressum...
      Gruß Rainer
      Du weißt nicht, was du gesagt hast, bevor du nicht gehört hast, was der Andere verstanden hat!

      Markus1962 schrieb:

      Die Zweitbatterie habe ich über dieses "Relais" angeschlossen: conrad.de/de/zweitbatterielade…20-18320-12-v-856040.html
      Einfache Installation und funktioniert seit Jahren sehr zuverlässig.


      Sehe ich das richtig, dass der Zweitbatterielader aus deinem Post gar keine Verbindung zum D+ der LiMa benötigt und über die jeweiligen Spannungen der angeschlossenen Batterien schaltet? Das macht ja den Einbau sogar ein Stückl unkomplizierter .. oder liege ich da falsch?
      Hallo Meta!

      Nein, da liegst du nicht falsch. Das Gerät erkennt an den Batteriespannungen, was gerade passiert.
      So ein Akku hat vollgeladen 12.6V. Wenn die Spannung am Starterakku auf einmal über diesen Wert steigt, erkennt das Gerät, dass nun die Lichtmaschine lädt. Es schaltet den Zweitakku aber erst oberhalb 12.8V zu, die allerdings bei einem einigermaßen geladenen Starterakku schnell überschritten sind, bei mir geht die Spannung zB. nach dem Nachglühen (3min) eigentlich sofort auf annähernd 14V, daher erscheint mir diese Schwelle fast noch etwas zu niedrig. Wichtig ist, dass sie oberhalb der 12.6V Ruhespannung liegt, damit nicht ein Akku den anderen leer saugt.
      Dieses Gerät erkennt angeblich auch, wenn eine Solaranlage die Spannung am Zweitakku anhebt und verbindet die beiden Akkus. Hier ist es sinnvoll, bei Erreichen der Ladeschlussspannung von 14 ... 14.5V die Verbindung zu schließen und den Fahrakku mit zu laden. Alternativ oder zusätzlich kann man das Kühlschranksystem einschalten, das die Energie in Form von "Kälte" speichert, letzteres kann dieses Gerät nicht.
      Man beachte die mickrigen Ladestromanschlüsse, das sind doch höchstens 4 oder 6 qmm! Darüber sollen die max. und kurzfristig 80A fließen. In der Praxis sinkt so ein Ausgleichsstrom nach dem Anschalten auch wirklich auf sehr viel niedrigere Werte, dennoch wären mir diese Leitungen dann etwas zu knapp, es sei denn, sie sind sehr kurz (Beide Akkus in einem Halter übereinander o.ä.). Wenn man die verlängern muss, sollte man da auf einen etwas größeren Querschnitt gehen.

      Gruß,
      Tiemo
      Zum letzten Beitrag von Tiemo:
      Das Teil hat nur drei Anschlüsse: Starterbatterie, Zweitbatterie und Bezugsmasse. Die Anschlußkabel zu den Batterien sind als 8mm² ausgelegt, was völlig ausreicht.
      Die Stromangabe bezieht sich allein auf das Relais im Inneren! Da der Ladestrom normalerweise deutlich unter 80A liegt, wird mit der Überdimensionierung Kontaktbrand vorgebeugt. Das Teil funktioniert bei mir seit 6 Jahren an einer 130Ah Batterie einwandfrei!
      Zur "Solarfunktion": Das ist völliger Kokolores, da nur die Spannung an der Starterbatterie geprüft wird- wenn diese 12,8V überschreitet, werden die beiden Batterien verbunden. Sinkt die Spannung der Starterbatterie, wird wieder getrennt. Ich habe für die Standladung an der Zweitbatterie ein 75W Solarpanel mit Regler angeschlossen und es ist dieser Regler, der Anhand seiner eigenen Spannungsprüfung erkennt wann die Zweitbatterie von einer Fremdquelle (z.B. LIMA) geladen wird und dann das Panel abschaltet, damit es zu keiner Überladung kommt. Die Starterbatterie ist bei Solarbetrieb nicht mit der Zweitbatterie verbunden!
      Das ganze funktioniert so gut, daß ich trotz laufender Kompressorbox während 4 Wochen Korsika nicht an die Steckdose mußte!
      Heute würde ich mir allerdings 150W aufs Dach kleben.
      In dem Link, den ich weiter oben gepostet habe, findet man eine Exceltabelle mit der man sehr schön herumspielen kann um anhand seines Stromverbrauchs die Batterie und das Solarpanel zu dimensionieren.
      Noch eine Anmerkung zu den vollflächig verklebten Dünnfilmpanels: Solarpanels werden im Betrieb warm und brauchen Kühlung! Je wärmer sie werden, um so mehr sinkt der Wirkungsgrad! Wenn man es sich von der Gesamthöhe des Fahrzeugs leisten kann, sollten immer Panels auf Haltern verbaut werden!
      Gruss,
      Markus
      My Kombi is my best friend ;)
      Hallo,

      so wie ich das verstehe sind die 12,8V die Trennspannung:

      "Zweitladung beginnt bei: 13,6 V, schaltet ab bei: 12,8 V"

      Find ich ok, die gemessen Spannungswerte sind ja eh vom Strom und dem Leitungswiderstand abhängig.
      Also nahe an der Starterbatterie montieren.
      In der Praxis hat mir ein Absorberkühlschrank mit 8A bei einer 6mm² Verkabelung so ein ähnliches System im T3 schon durcheinandergebracht (ständiges Ein- und Ausschalten während der Fahrt, die Campingbatterie war ziemlich schwach).

      Grüße,
      Klaus
      Nochmal der Hinweis auf deinen alleinigen Ansatz mit der Lichtmaschinenladung:

      Mir sind die realen Werte auch nicht ganz klar gewesen, aber nehme wir mal ca. 12 Ah von der LIMA für die Zweitbatterie an: conrad.de/de/zweitbatterielade…20-18320-12-v-856040.html

      Hat der Kühlschrank also deine Zweitbatterie leer gesaugt und wie bei mir schon mal das Radio mit Verstärker die Starterbatterie entladen, dann müsstest du so 8-10 Std fahren um die Zweitbatterie mit 120 Ah aufzuladen (je nach Kapazitäten).

      Ich würde ja ernsthaft über den Einbau eines Ladegeräts nachdenken, bzw. ein mobiles Mitnehmen, dass intelligent die Ladekennlinie deiner Batterie unterstützt.
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