T4 ABL Ventile und Kolben hinüber

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    • T4 ABL Ventile und Kolben hinüber

      Hallo zusammen. Habt ihr sowas schonmal gesehen?

      Dachte eigentlich das nur die Ventile hinüber sind. Hab dann aber schnell gemerkt das die Zentralschraube der Kurbelwelle locker war und das Riemenrad sich von Hand drehen ließ, da der Sicherungsstift innen ab gerissen wurde am Rad.

      Beim Öffnen des Zylinderkopfes dann folgendes Bild, wobei die Ventile gar nicht beschädigt aussehen...

      Sieht auch aus als stehen die Kolben weiter rein oder? Denke die sollten normalerweise bündiger sein oben oder?

      Überlege nur gerade ob ich die Pleul wohl auch wechseln muss oder nur die Kolben?

      Kopf mit neuen Ventilen ist eh obligatorisch. Der hat auch die ABL typischen Risse zwischen den Ventilen. Aber damit hatte ich nicht gerechnet...

      Frag mich jetzt nur wieso das Zshnriemenrad an der Kurbelwelle gerissen ist? Kolbenhänger? Wobei die Kolben sich schon bewegen lassen mit Ratsche an der Zentralschraube. Stehen oben auch alle genau gleich hoch bzw. rein. Wobei ich wie gesagt mich nicht auskenne, ob sie weiter hoch stehen müssten.

      Nockenwelle sieht übrigens alles ok aus soweit.

      Irgendwas muss aber ja blockiert haben für den Abriss unten am Zahnriemenrad...Vermutlich ist deshalb der Zahnriemen falsch gelaufen bzw. da das Rad sich drehen ließ knallten die Ventile ohne eins nach dem anderen gehen die Kolben...
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Daniello1 ()

    • Zu den Symptomen noch ein paar Worte:

      Zuerst war Leistungsverlust + Weißer Qualm ein Indiz für die Kopfdichtung. Vielleicht auch der Turbo...

      Dann ging er plötzlich aus im Stand und blies Abgase zum Ölauffülldeckel und zum Turbo i.R. Luftfilter raus beim Versuch zu starten. Also Ventile irgendwas futsch, sodass er die Abgase falsch ableitete.

      An ging er nicht mehr und hatte auch keine Kompression mehr. Zahnriemen drehte aber noch beim Startversuch. Ganz durchdrehen konnte daher das untere Zahnrad an der Kurbelwelle da noch nicht. Vielleicht gibt es ja durch die Startversuche kaputt...
    • Hab ja schon einiges gemacht. Aber Kolben hab ich bislang nicht nicht gewechselt. Nur komplette Motoren getauscht.

      Eine Frage an die Profis:

      Kann ich Kolben und Pleuel mit original Kolben wechseln oder muss man automatisch Übergröße nehmen und hohnen/ausbohren lassen???

      Lauffläche sieht ok aus. Keine Rillen oder ähnliches. Kolbenringe hat es offenbar auch nicht zerfleddert. Nur Kontakt Kolben mit Ventilen und wie ich vermute Pleuel leicht verbogen, da die Kolben nicht raus schauen was an sich beim Diesel aber sein müsste.

      Was an den Pleuel ist werde ich morgen noch sehen wenn ich den Rest noch demontiere.
    • Hallo Daniel!

      Daniello1 schrieb:

      Hallo zusammen. Habt ihr sowas schonmal gesehen?


      Klar, das ist der normale Anblick, wenn man einen Gebrauchtmotor aufschraubt. Ich hatte leider noch keinen, wo keine Ventileinschläge in den Kolben waren. Meist besorge ich mir gleich neue Kolben, um nicht mit dieser "Hypothek" einen Motor neu aufzuarbeiten.

      Daniello1 schrieb:

      Dachte eigentlich das nur die Ventile hinüber sind. Hab dann aber schnell gemerkt das die Zentralschraube der Kurbelwelle locker war und das Riemenrad sich von Hand drehen ließ, da der Sicherungsstift innen ab gerissen wurde am Rad.

      Beim Öffnen des Zylinderkopfes dann folgendes Bild, wobei die Ventile gar nicht beschädigt aussehen...


      So ist das meistens: Irgendetwas geht im Zahnriementrieb schief, die Steuerzeiten verstellen sich RIchtung später, bis die Auslassventile nicht mehr rechtzeitig zu sind, bevor die Kolben nach oben kommen und da etwas "nachhelfen".
      Da die heißen Kolben wesentlich weicher sind als die Ventile, arbeiten sich letztere oft in die Kolben ein, ohne sichtbar Schaden zu nehmen. Da sie senkrecht auf die Kolben treffen und nicht schräg, werden sie auch nicht krumm.
      Allerdings muss man da vorsichtig sein: In schweren Fällen kommt es vor, dass die Ventilschäfte gestaucht werden und die Ventilteller ballig gedrückt werden. Folge können dann Klemmer der Ventilführungen und Risse in den Ventiltellern sein. Wenn man einen solchen Motor aufarbeitet, muss man da also unbedingt drauf achten. Allerdings ist in solchen Fällen dann meist auch die Nockenwelle gebrochen. Wenn die Ventilgeometrie noch gegeben ist und das Schaftspiel stimmt, kann man solche Ventile aber in der Tat weiter verwenden.
      Das mit der losen Zentralschraube und dem in der Folge beschädigten Mitnehmer im Kurbelwellenzahnriemenrad ist ja der "Klassiker": Beim Lockern der Zentralschraube (beim ABL ja manchmal auch noch aufgrund der ursprünglich verbauten, nicht ausreichenden Schraubenfestigkeit von 8.8, Näheres siehe WIKI) übernimmt zunächst dieser Mitnehmer die Führung. Er ist aber zu schwach dafür ausgelegt, erst die reibschlüssige Schraubverbindung gewährleistet auf lange Sicht den sicheren Betrieb, daher nutzt er sich dann in wenigen 1000km immer mehr ab und das Zahnrad bekommt in der Folge immer mehr Verdrehspiel auf der Kurbelwelle. Deren Nut wird dabei übrigens auch oft beschädigt. Ursache ist, dass das übertragene Moment ein Wechselmoment ist, die spielbehaftete Verbindung also abwechselnd nach vorwärts und rückwärts schlägt. Da bei den "Wirbeltieren" der Abstand zwischen Ventilen und Kolbenoberfläche sehr gering ist, erreichen die Ventile dann also die Kolben und arbeiten sich dort ein, bis die Kräfte so groß werden, dass die Nockenwelle (Lamellen-Grauguss) an einem Auslassnocken schließlich bricht und der Motor sofort mit Totalschaden steht. Solange die Stirnfläche der Kurbelwelle noch so plan ist, dass sich der Schwingungsdämpfer daran befestigen lässt, ohne zu "eiern", kann man den Motor aber auch so weiterverwenden. Denn letztlich erfolgt die Momentübertragung, wie oben schon erwähnt, reibschlüssig durch das Anziehen der Zentralschraube. Die angedeutete Federverbindung ist eher eine Montagehilfe.

      Daniello1 schrieb:

      Sieht auch aus als stehen die Kolben weiter rein oder? Denke die sollten normalerweise bündiger sein oben oder?

      Überlege nur gerade ob ich die Pleul wohl auch wechseln muss oder nur die Kolben?


      Auf deinen Bildern ist ja noch die Kopfdichtung aufgelegt, daher stehen die Kolben nicht hervor. Du solltest den Kolbenüberstand an allen Zylindern nachprüfen, wenn er gleichmäßig ist, darfst du davon ausgehen, dass weder die Kolben noch die Pleuel gestaucht / geknickt sind. Natürlich sind die Einschlagstellen für die Strömung in der Kolbenmulde nicht gerade förderlich (in die Mulde wird das zündende Gemisch aus den Schusskanälen der Wirbelkammereinsätze im Kopf geblasen und soll dort zwei gegenläufige Wirbel bilden, die bei weiterer Expansion hinter dem zurückweichenden Kolben zu zwei Wirbelwalzen geformt werden, die durch Zentrifugalwirkung eine gute Wirbelschichtverbrennung erzeugen). Dennoch kann man in vielen Fällen auch so eingeformte Kolben weiter verwenden, wenn nicht gleichzeitig auch der Block neu gehont und neue Kolbenringe verbaut werden sollen. Voraussetzung für die Weiterverwendung sind
      - die Rissfreiheit der Kolben,
      - keine Stauchung der Kolbenringnuten, wodurch das minimale Axialspiel der Kolbenringe unterlaufen würde,
      - keine Stauchung des oberen Kolbendurchmessers, wodurch das minimale Laufspiel des Kolbens unterlaufen würde.
      Denn all das könnte sonst zu einem Kolbenfresser des wieder hergerichteten Motors führen. Wenn neue Kolben oder auch nur Kolbenringe verbaut werden sollen, unbedingt die Honung überprüfen und bei zu glatten Zylinderlaufbahnen neu honen, damit die neuen Kolbenringe ordnungsgemäß einlaufen können. Falls die Zylinder und RInge soweit in Ordnung sind und die alte Honung noch sichtbar ist, kann man alles so lassen.

      Daniello1 schrieb:

      Kopf mit neuen Ventilen ist eh obligatorisch. Der hat auch die ABL typischen Risse zwischen den Ventilen. Aber damit hatte ich nicht gerechnet...

      Frag mich jetzt nur wieso das Zshnriemenrad an der Kurbelwelle gerissen ist? Kolbenhänger? Wobei die Kolben sich schon bewegen lassen mit Ratsche an der Zentralschraube. Stehen oben auch alle genau gleich hoch bzw. rein. Wobei ich wie gesagt mich nicht auskenne, ob sie weiter hoch stehen müssten.

      Nockenwelle sieht übrigens alles ok aus soweit.


      Risse zwischen den Ventilen bis zu einer Breite von 0.5mm sind ja laut Repleitfaden von VAG kein Grund, den Kopf zu tauschen, er kann ohne Einschränkung der zu erwartenden Lebensdauer wiederverwendet werden. Kritisch bzw. ein K.O-Kriterium sind Risse zwischen den Wirbelkammereinsätzen und den Einlassventilen, danach allerdings genau suchen. Die Nockenwelle scheint ja noch heile zu sein, da bist du am Ende evt. mit dem blauen Auge davongekommen.

      Daniello1 schrieb:

      Irgendwas muss aber ja blockiert haben für den Abriss unten am Zahnriemenrad...Vermutlich ist deshalb der Zahnriemen falsch gelaufen bzw. da das Rad sich drehen ließ knallten die Ventile ohne eins nach dem anderen gehen die Kolben...


      Wie schon erwähnt, war dieser Abriss bzw. Verschleiß eher die Ursache als die Folge. Eigentliche Ursache war wahrscheinich eine zu lasche Schraubverbindung zwischen Kurbelwelle und Riemenrad / Schwingungsdämpfer und die damit verbundene "schlagende Verbindung". Prüfe also den gleichmäßigen Kolbenüberstand gegen die Blockoberfläche, die Zylinderlaufbahnen, die Leichtgängigkeit der Ventile und Kolben / Kolbenringe, baue den Motor mit dem korrekten Moment an der Kurbelwelle wieder zusammen, evt. Diamantscheibe zur Reibungserhöhung verwenden und alles ist noch glimpflich abgegangen.
      Die genauen Messwerte und Anzugsdaten findest du im Reparaturleitfaden für den ABL, den man über ERWIN bei VW für eine Stunde Downloadlizenz (knapp 10EUR, Kreditkarte und Windows-PC mit Internetexplorer erforderlich) als PDF preiswert laden kann.

      Gruß,
      Tiemo
    • Vielen Dank für die ausführliche Antwort!!! Hilft mir sehr weiter.

      Die ZKD ist auf dem Bild übrigens nicht mehr drauf. Auf dem Bild ist sie schon weg. Kolben stehen daher also definitiv etwas rein. Finde allerdings keine Beispielbilder von einem nicht beschädigten ABL im Internet, um es vergleichen zu können. Da sind immer nur die von beschädigten Motoren abgebildet...

      Bei einem Benziner würde ich mir keine Gedanken machen aber die Kolben bei einem Diesel sollten ja eigentlich oben raus schauen bzw. bündig abschließen...

      Nehme sie mal raus dann seh ich ja dann spätestens ob die Pleuel verbogen sind. Sind alle genau gleich tief drin. Allerdings haben ja anscheinend auch alle gleich viel Bums von oben von den Ventilen bekommen. Vielleicht ja auch deshalb...

      Mein Plan war jetzt, die Kolben (vermutlich samt Pleuel) zu wechseln.

      Nun sind die Laufflächen sehr glatt, weisen keine Riefen oder Spuren auf. Ich dachte eigentlich das sei gut so. Aber offenbar ist dem genau anders rum?

      Wenn ich die Kolben wechsle also definitiv hohnen oder meinst ich kann es wagen einfach neue Kolben einzusetzen???

      Ist für mich ein wesentlicher Mehraufwand. Kolben könnte ich sowechseln. Zum hohnern müsst ich alles ausbauen...

      Zum Kopf: Bin an einen neuen samt Ventilen und Nockenwelle dran gekommen ohne Risse aus einem Unfallwagen. Den wollte ich so oder so wechseln, da meiner ja die Risse hat. Ist für mich weniger Aufwand als bei meinem alle Ventile zu prüfen und zu wechseln. Zur Not muss ich den Neuen nur Plan schleifen lassen. Aber das kostet ja nicht die Welt.
    • Hallo Daniel!

      Daniello1 schrieb:

      Die ZKD ist auf dem Bild übrigens nicht mehr drauf. Auf dem Bild ist sie schon weg. Kolben stehen daher also definitiv etwas rein. Finde allerdings keine Beispielbilder von einem nicht beschädigten ABL im Internet, um es vergleichen zu können. Da sind immer nur die von beschädigten Motoren abgebildet...


      Schau das nochmal genau nach. Ich meine, die Dichtung bei allen Bohrungen deutlich als Doppellinie erkennen zu können.
      Ansonsten kann ich mich nur wiederholen. Die Kolben müssen überstehen. Ich habe leider gerade keine Unterlagen speziell zum ABL greifbar, jedoch sind die Wirbelkammermotoren ja alle "VW-Baukasten" und die Daten gelten auch für andere Motoren, 1X und so weiter. Dort ist ein Kolbenüberstand von 0.66mm bis 1.02mm angegeben, danach bemisst sich dann die Stärke der zu verwendenden Zylinderkopfdichtung (Anzahl Kerben / Löcher).

      Daniello1 schrieb:

      Nehme sie mal raus dann seh ich ja dann spätestens ob die Pleuel verbogen sind. Sind alle genau gleich tief drin. Allerdings haben ja anscheinend auch alle gleich viel Bums von oben von den Ventilen bekommen. Vielleicht ja auch deshalb...


      Das wäre ungewöhnlich. Normalerweise bricht beim ersten solchen "Bums" die Nockenwelle und der Ventiltrieb steht, daher bekommen nicht alle Zylinder den gleichen Bums. Leider sieht man auf deinen Bildern nicht das entscheidende, nämlich alle Kolben nebeneinander. Ich vermute, sie haben alle den Ventileindruck nur auf der Auslassseite (das kleinere Ventil), weil es eben keinen katastrophalen "Bums" gab, sondern einfach nur der Ventiltrieb dem Kurbeltrieb hinterher gehinkt ist.

      Daniello1 schrieb:

      Mein Plan war jetzt, die Kolben (vermutlich samt Pleuel) zu wechseln.

      Nun sind die Laufflächen sehr glatt, weisen keine Riefen oder Spuren auf. Ich dachte eigentlich das sei gut so. Aber offenbar ist dem genau anders rum?

      Wenn ich die Kolben wechsle also definitiv hohnen oder meinst ich kann es wagen einfach neue Kolben einzusetzen???


      Sehr glatt sind die Laufflächen nach langer Betriebszeit. Auf solchen Zylinderwandungen würden neue Kolbenringe nach 10000km wieder defekt sein, weil sie nicht einlaufen (sich unter Verschleiß anpassen) könnten. Später hat man dann keinen stabilen Ölfilm und bekommt Fressspuren. Eine Nachhonung ist daher eigentlich zwingend, wenn man was haltbares machen möchte. Dazu sollte man die Kolben und die Ölspritzdüsen unterhalb der Kolben entfernen, damit man mit dem Honwerkzeug nichts zerstört. Es gibt auch die "Redneck"-Variante bei eingebautem Motor (!), die Kolben nur auf UT zu stellen und dann halt obendrüber zu honen so gut es geht, dafür gibt es dann kleine Honwerkzeuge, die man in einen Akkuschrauber spannen kann. Wegen der geringeren Drehzahl ist ein Akkuschrauber auch meist besser geeignet als eine Bohrmaschine, damit man schnell genug auf- und abfahren kann, um den angestrebten Honwinkel von etwas weniger als +/-45° hin zu bekommen. Besser als garnicht honen...
      Die Zylinderlaufbahnen sollen keine oder nur ganz schwache Riefen in senkrechter Richtung haben, oben am Umkehrpunkt keinen ringförmigen Grat ("Zwickelverschleiß"), aber sich kreuzende, feine Riefen in +/-30° bis +/-45° zur Waagrechten (immer bezogen auf den senkrecht stehenden Motorblock).

      Daniello1 schrieb:

      Zum Kopf: Bin an einen neuen samt Ventilen und Nockenwelle dran gekommen ohne Risse aus einem Unfallwagen. Den wollte ich so oder so wechseln, da meiner ja die Risse hat. Ist für mich weniger Aufwand als bei meinem alle Ventile zu prüfen und zu wechseln. Zur Not muss ich den Neuen nur Plan schleifen lassen. Aber das kostet ja nicht die Welt.


      Wenn du schon einen schönen Kopf zur Verfügung hast, natürlich, bau den ein! Immer das beste Teil nehmen, denn der Aufwand ist ja doch beträchtlich und wenn es hinterher daran scheitert, ärgert man sich.
      Ich füge hier noch mal paar Bildchen an:

      Das ist ein Ausschnitt aus deinem Foto oben, hier erkenne ich die aufgelegte ZKD:



      Und hier noch ein Bildchen einer frisch gehonten Zylinderlaufbahn:



      Hier noch zwei Bilder verschiedener Risse, "gute" und "böse":



      Und hier noch eins von einem (ähnlichen) Wirbelkammermotor mit neuen Kolben:


      Gruß,
      Tiemo
    • Hey. Super tolle Tipps. Vielen dank!!!

      Das Rätsel hat sich gelöst...Ich Depp. Kumpel hatte mir geholfen und den Kopf samt einer Dichtung runter genommen. Danach hatte ich die oben eingestellten Bilder gemacht. Dichtung war ja weg. Natürlich ist da aber ja nochmal eine drauf... (Kopfklatscher).

      Hattest recht. Ist ne mehrteilige Dichtung. Die untere war aber so fest das mir das gar nicht aufgefallen ist beim Bilder machen. Kumpel hat mich auch grad gefragt ob ich die untere noch runter gestemmt hab als er weg war...

      So. Das wurde jetzt gemacht. Demnach sieht es gar nicht mehr so schlimm aus bis auf die Eindellungen der Ventile. Es sind tatsächlich nur die Auslassventile wie es scheint. Kolben stehen jetzt auch etwas über wie man jetzt auf den Bildern ohne die Dichtung sieht. Auch alle gleichmäßig.

      Da du sagst die Eindellungen sind nicht so tragisch könnte ich die Kolben vermutlich dann sogar lassen und nur den Kopf komplett wechseln?

      Was sagt der Experte per Ferndiagnose? Hab mal noch die Lauffläche fotografiert. Keine spürbaren Riefen. Nur die üblichen, nicht spürbaren Längsrillen + am oberen Rand (die etwas dünklere Stelle) etwas rauer. Da wo der Abstreifring nicht mehr hin kommt.

      Könnte ich nach deinen Bildern und deinen Tipps ja dann sogar so lassen denke ich. Würde bei den aufgebäutmten Eindellungen an den Kolben oben halt etwas entgraten. Da löst sich ja fast schon etwas Metall an den Rändern der Dellen...

      Wieso ich nochmals frage. Kumpel meinte er würde es auf jeden Fall wechseln.

      Ich meine: Es ist ein 20 Jahre alter T4 für 1000 Euro der noch 1-2 Jahre halten soll...Auf alles was unnötig ist bei dem Preis-Leistungs-Verhältnis würde ich liebend gerne verzichten. Wenn er mir nen Jahr hält wäre ich schon zufrieden.
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    • Die schwarzen Punkte und Flecken in der Lauffläche auf dem Bild sind übrigens nur Ruß und Öl vom mit dem Finger drauf rum streichen.

      Einzige Sorge bereitet mir der 2. Kolben da die Eindellung arg nah am Rand ist (siehe Bild). Aber wenn ich es recht sehe ist es nur die "Aufbäumung" vom Rand der Delle. Versuche das mal etwas zu entgraten und den Rand weg zu kriegen, dann sehe ich mehr...
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    • Hallo Daniel!

      Das mit dem Entgraten ist sicher eine gute Idee. Klebe drumherum ab, damit keine Späne in den Zwischenraum zwischen Kolben und Zylinder geraten können.
      Vom Verschleißbild her ist das halt ein Motor, der schon viele km hat, aber macht ja nichts. Wenn die Kompression vorher gestimmt hat (keine Kaltstartprobleme), dann wird er auch weiterhin vernünftig laufen. Wenn du ihn gut pflegst, kannst du ihn nach dem Jahr bestimmt mit Gewinn weiterverkaufen, der Kurs dieser Fahrzeuge steigt ja ;)
      Wenn du neue Kolbenringe verbauen wolltest, unbedingt honen. Und wenn die Kolben rausgenommen sind, auch mal nach den Lagerschalen der Kurbelwelle schauen. Aber nur, wenn.
      Mehrteilige Dichtungen kenne ich nicht (mehrlagig natürlich schon), aber es könnte natürlich sein, dass beim Abheben ein Teil am Zylinderkopf kleben blieb.
      Wenn du den Motor einfach mit dem neuen Kopf wieder zusammenbaust, kannst du ja mal die Kompression der einzelnen Zylinder messen. Sollte da ein Kolbenring klemmen, weil doch der Kolben in dem Bereich zu sehr gestaucht ist, wird sich das so bemerkbar machen. Dass er zum Schluss nicht mehr anspringen wollte, wird wohl eher am hoffnungslos verstellten Förderbeginn gelegen haben, nachdem da alles verdreht war.

      Dann mal viel Erfolg bei der Reparatur!

      Gruß,
      Tiemo
    • Die Frage ist ja. Was erwartet mich wenn ich sie so drinnen lasse...

      Mit etwas unruhigem Standgas o.ä. kann ich leben. Aber auf die Autobahn damit will ich schon...

      Für mich ist halt eine Abwägung zwischen Kosten und Nutzen. Deshalb würde ich sie ja ganz gerne so drinnen lassen.

      1 Tag Arbeit und 300 Euro kosten aktuell mit "neuem" Kopf und er fährt wieder contra

      1 Woche Arbeit, ganzen Motor ausbauen zum honen bringen und ca. 1000 Euro kosten alles zusammen...

      Nutze den T4 als Lasttier für mein Nebenhewerbe, nicht als Hauptauto. Ist nicht der Familienvan für Tausende Euro für den es lohnen würde...
    • Hi nochmal!

      Was erwartet mich wenn ich sie so drinnen lasse...


      Du hast dann einen Motor der seine x km runter hat, genau wie vorher. Wenn vorher alles gut war, wird es das hinterher auch sein. Der Motor sieht aus wie nach ca. 200.000km und wird wahrscheinlich noch weitere mindestens 100.000 halten.
      Natürlich kannst du damit auf die Autobahn, er wird seine gewohnte Leistung bringen, eher etwas mehr, wenn du dir beim Einstellen von Steuerzeiten und ESP Mühe gibst.
      Wenn du alles neu machst, und wenn man da einmal anfängt, sollte man auch durchhalten und alles machen, dann hast du einen neuen Motor.
      Der Aufwand ist halt höchst unterschiedlich.

      Gruß,
      Tiemo
    • Noch eine weitere Frage.

      Ich muss ja eine neue ZKD bestellen. Da ich nix mache an den Kolben kann ich ja einfach schauen was die alte für eine Stärke hat. Da die Einlassventile nicht berührt haben sondern nur die Auslass schließe ich jetzt mal darauf, dass die Alte die richtige Stärke hatte.

      Man weiß ja nie was der Vorbesitzer so alles falsch montiert hat. Deshalb meine Bedenken...

      Hab den Bus ja schon defekt gekauft. Und er sage das er dies und jenes schon machen ließ vom Kumpel ehe er kaputt ging.

      Aber hat ja nur jeweils 1 Ventil aufgesetzt vom Defekt der Zentralschraube. Vom Auslassventil gibt es jeweils nicht ansatzweise Spuren auf dem Kopf.
    • Wenn du nicht sicher bist, ob die richtige Dichtung verbaut war, musst du den Kolbenüberstand messen.
      Dass du sagtest, es seien 2 Dichtungen verbaut, hat mich ja schon wieder wuschig gemacht: 2 zu dünne aufeinander evt, weil erst mal die falsche besorgt worden war?
      Die Aufsetzmarken sind von den Auslassventilen, oder (Auslass ist das kleinere)? Wenn die EInlassventile aufgesetzt hätten, hieße das ja, dass der Ventiltrieb nicht hinterherhinkte, wie er das bei losen Teilen im Riementrieb zu tun pflegt, sondern vorgeeilt wäre! Das ist meist auf falsche Einstellung bei einer vorangegangenen Reparatur zurückzuführen.
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