Förderbeginn nach Wechsel des ESP-Riemens OK?

  • Hallihallo!


    Nach 4 anstrengenden Tagen habe ich den halben Motor an meinem ACV von 1996 getauscht :)
    Nachdem ich den Förderbeginn (FB) statisch eingestellt habe, bin ich zur Werkstadt gefahren um den FB zu überprüfen. Der Wekstadtmensch meinte, dass die Werte OK sind. Die Dieseltemperatur war auf 151 und er meinte der FB war 60. Ich hab natürlich im Forum nachgelesen und 60 scheint tatsächlich in Ordnung zu sein, obwohl das etwas "früh" ist.
    Allerdings ist mir aufgefallen, dass der FB nicht einfach 60 war, sondern dass er um 60 geschwankt hat. Soweit ich mich erinnere, um (grob) plus/minus 5. Damit wäre der FB dann teilweise 65, also viel zu früh. Im Wiki steht nur ein einzelner Wert, und nichts über die Schwankung ...
    Sollte ich den FB jetzt doch noch dynamisch einstellen lassen?


    Ausserdem, wird sich der FB mit der Zeit nach vorne verlegen (niedriger), wenn der niegelnagelneue Riemen sich dehnt?


    Grüsse aus dem hohen Norden!

  • Hej,


    60 bei Kraftstoff-Temp. 151 ist super. 65 auch. Beides liegt noch innerhalb der Herstellertoleranzen. Schwankungen um ein paar Einheiten sind normal, wenn der FB aber tatsächlich zwischen 55 und 65 schwankt, stimmt etwas nicht.
    Mit der Laufzeit verstellt sich der FB durch die Riemenlängung nach spät (niedrigere Werte). Ein Grund für einen frühen FB.


    Ahoi
    Pom

    Hashtag der Woche: #AFDerjucken

  • Tausend Dank für die hilfreiche Antwort!


    Ich glaube nicht, dass der FB von 55 auf 65 springt. Aber nach ein paar Minuten war eben dieser Bereich von der Punktewolke abgedeckt. Dann werde ich mir den Riemenantrieb am Wochenende auf jeden Fall noch einmal genauer ansehen!

  • Oioi, je mehr ich lese, desto mehr glaube ich an einen kapitalen Motorschaden! Genauso wie jedes (noch so kleine) Zipperlein nach etwas googlen zu einem grossen Krebsgeschwür wird :)


    Die Hinweise sind aber gut und ich werde meiner Liebsten wohl klarmachen müssen, dass der Bus wieder etwas Aufmerksamkeit braucht.
    Leerlaufverhalten ist ja einfach zu prüfen.
    Die Einspritzdüsen habe ich vor einem Jahr selbst getauscht und auf ca. 200 bar eingestellt. Bis auf eine Leistungssteigerung habe ich keine Veränderung feststellen können. Jetzt, nach dem Tausch der Riemen und Einstellung des FB, hat sich das Anlassverhalten stark verbessert und der Durchzug bei niedrigen Drehzahlen. Der Motor qualmt (fast) nicht mehr, wenn er kalt ist und er ist nicht mehr so "unwillig".
    Aber wie gesagt, ich werde versuchen dem schwankenden FB auf die Schliche zu kommen und dann berichten ... vielleicht hilft es ja jemand anderem ...

  • Hallo.


    Hab ab schon viel zeit mit dem ACV verbracht. Und ich muss sagen: ausnahmslos alle bei denen ich die Zahnriemen gewechselt habe hatten einen schwankenden FB.


    Ich habe die Erfahrung gemacht das der FB top ist wenn der Motor gut anspringt, ruhig läuft und Leistung hat.


    Gruss

  • Danke für die Antworten! Nachdem ich viel in allen Foren nachgelesen habe, hat mein T4 wohl einen "Borderline-FB". Ein Schwanken des FB um 10 scheint recht häufig zu sein, und meiner schwankt eben um 12-14 Einheiten. Ich habe alle Schrauben nachgeprüft und mir die Umlenk- und Spannrollen bei laufendem Motor angesehen. Alles sieht gut aus. Am Freitag habe ich den Motor wieder durchchecken lassen, mit dem selben Ergebnis was den FB anbelangt.


    Die Leerlaufruheregelung haben wir auch angesehen, und der Mechaniker meint, dass die auch stimmt. Die Werte für die Zylinder 1,2,4 und 5 waren -2.7, -1.3, -1.2 und -1.8. Die Beschreibung im Wiki verwirrt mich etwas, da hier eine Abweichung von mehr als 2.0 mg/H ausserhalb der Toleranz ist. Wenn man aber den 4ten Zylinder als Referenz nimmt, sollten die Werte für alle Zylinder (1-5: -1.5, -0.1, +1.2, 0.0, -0.6 ) ja wider innerhalb der Toleranz sein, oder?


    Ansonsten habe ich festgestellt, dass der Keilrippenriemen zwischen Generator und Servopumpe und zwischen Servopumpe und Schwungscheibe im Leerlauf stark flattert. Ich werde mir einen Freilauf für den Generator zulegen und hoffen, dass der Riemen dann ruhiger läuft.
    Bei 1300 Upm (ohne Gang) fängt das ganze Auto an zu schwingen. Dieses Phänomen hatte ja Pychti. Allerdings wäre ich nicht überrascht, wenn jeder ACV (oder jeder 5-Zylinder?) dieses "Problem" hat. Beim fahren mit 1300 Upm ist alles normal.


    Das einzige, was mir im Moment noch so garnicht gefällt ist, dass die beiden Zahnriemen um 1-2mm überstehen (jeweils vom Nockenwellenrad und vom Kurbelwellenrad). Die Riemen sind nicht zu breit, sondern sind "nach aussen" verschoben und liegen nicht zu 100% auf den Antriebszahnrädern auf. Ist das normal so? Der Zahnriemen der Kurbelwelle schleift jedenfalls munter am Zahnriemenschutz, so dass ich zur Zeit ohne fahren muss. Wie gesagt, ich habe alles ausgetauscht (Spann- und Umlenkrollen, Wasserpumpe, Schwungscheibe, Riemen) und keines der Räder wird abnormal warm oder quietscht.

  • Wie gesagt. Wenn er super anspringt und Leistung hat dann würde ich mir kein kopf machen.


    Freilauf für die Lima? So wie ich dran bin hat der ACV kein Freilauf. Aber gelegentlich wird der Riemenspanner lahm.
    Ändert sich das flattern wenn du die Klima aus machst?


    Die Sache mit dem Zahnriemen macht mir da schon eher sorgen. Der Riemen wird vom Kurbelwellenrad in der "Spur" gehalten. Wenn er nach außen weg läuft dann ist das ein Zeichen das eines der Räder/Rollen nicht in der Flucht läuft.
    Mögliche Ursachen sind: Wapu verkantet oder der Sitz nicht sauber. Oder die Spannrolle zu stark angezogen so das die Schraube überdehnt ist. Auch hier kann Dreck drunter sein.
    Auf jedenfall führt das unweigerlich zum Zahnriemenschaden

  • Den Freilauf wollte ich nachrüsten da mein ACV tatsächlich keinen hat, genausowenig wie eine Klimaanlage :(
    Der Riemenspanner war noch recht stramm. Vielleicht wirkt er aber nicht 100-prozentig weil er fast am Anschlag ist (Riemen ein paar mm zu kurz?).


    Die WaPu sollte richtig sitzen, da sonst doch Kühlwasser austreten müsste. Ausserdem ist es auf der Nockenwellenseite genauso schlimm. Ich werde die Riemen im Auge behalten. Sie stehen zwar über, haben ihre Position aber im Laufe der Woche nicht verändert und schleifen nicht (ausser am Zahnriemenschutz der Kurbelwelle). Es besteht also zumindest nicht die Gefahr, dass die Riemen komplett abwandern oder gegen ein anderes Teil wandern und sich durchscheuern.
    Sieht so aus, als sollte ich mir eine neue Zentralschraube kaufen, für den Fall dass der Schwingungsdämpfer wieder ab muss.
    (Die jetzige Zentralschraube habe ich streng nach Anleitung mit 160 Nm angezogen und dann um 180 Grad weiter gedreht)

  • Der Keilrippenriemen Spanner ist nicht nur ne Feder wo den ganzen Spass auf Spannung hält sondern so wie ich dran bin ist der auch gedämpft.
    Das Problem gab es immer am Golf 3 und am Passat 35i bzw 3A.


    evtl hast auch ne krumme Wapu erwischt.


    Ich sch will dir keine Angst machen. Aber Zahnriemen ist der einzige tot vom ACV.

  • So, heute morgen habe ich die beiden Zahnriemen bei laufendem Motor mit einem Schraubenzieher vorsichtig Richtung Motor gedrückt. Viel Druck war nicht notwendig, aber die Riemen sind sofort wieder in ihre Ursprungsposition gegangen.


    Die Riemen haben eventuell Kontakt mit den Schwungrädern (auf der Kurbelwelle und der ESP) und würden sonst vielleicht noch weiter nach aussen abwandern. Die nächsten Tage werde ich auf Seite der ESP die Umlenk- und Spannrolle gegen die alten austauschen und sehen, ob das Problem gelöst ist. Auf der Kurbelwellenseite darf ich dann ja _alles_ ausbauen, um an die Spannrolle zu kommen, oder die WaPu auszubauen :(
    Ganz schön frustrierend nach so viel Arbeit. Und eines der beiden Zahnriemensets war sogar ein original VW-Set ...


    Ich werde wieder berichten, wenn ich mehr weiss. Kann aber einige Tage/Wochen dauern (die Riemen werde ich natürlich regelmässig kontrollieren um eine Havarie zu verhindern)!

  • Kleiner Abschlussbericht:


    Auf Seite der ESP (Bilder sind angehängt) ist wohl alles OK. Ein Tausch der Umlenk- und Spannrollen gegen die alten Teile hat nichts verändert. Nach 400 km Fahrt steht der Riemen aber nur ca. 0.5mm über das Nockenwellenrad hinaus. Auf dem ESP-Rad ist er sehr nahe an der Schwungmasse, aber er scheint noch nicht daran zu scheuern.
    Ich werde es also dabei belassen.


    Auf Seite des Kurbelwellenrades (Bilder sind angehängt) sieht es ein wenig schlechter aus. Mangels neuer Zentralschraube konnte ich die Spannrolle nicht gegen die alte tauschen. Allerdings habe ich die WAPU mit einem langen Alu-Profil untersucht. Sie sitzt gerade und fluchtet schön mit dem Nockenwellenrad. Die Schieflage des Riemens muss also von der Spannrolle oder dem Riemen selber verursacht werden. Eine neue Spannrolle und ein neuer Riemen sind geordert und werden eingebaut wenn ich Zeit (und Lust) habe.
    Auf der Aussenseite des Riemens habe ich einen ca. 0.5mm dicken Klecks Nivea aufgetragen und den Motor am Kurbelwellenrad durchgedreht, bis der Klecks eine volle Runde absolviert hat. Er hat die Prozedur ohne Beschädigung überstanden. Der Riemen schleift also zumindest nirgends. Naja, ausser am Zahnriemenschutz. Bis die Schieflage repariert ist, fahre ich also ohne Schutz (bin zum Glück kein Vielfahrer). Schon etwas befremdlich, dass VW einen Schutz für ein lebenswichtiges Teil verbaut, bei dem weniger als 1mm Tolleranz erlaubt ist.


    Wenn ich den Zahnriemen des Kurbelwellenrades in den Griff bekommen habe, werd' ich wieder berichten ... falls jemand ähnliche Probleme hat ...


    PS: Wie gefährlich ist es eigentlich bei einem Diesel (Selbstzünder) an der Kurbelwelle zu drehen? Wir dabei Diesel in die Zylinder gespritzt? Ist die Bewegung der Zylinder zu langsam um eine "brandgefährliche" Verdichtung zu erreichen?


    Edit: Nach einiger Sucherei im englischsprachigen Raum bin ich auf einen Thread gestoßen der ein ähnliches Problem beschreibt: http://www.vwt4forum.co.uk/showthread.php?t=316711
    So wie es bei "Geoman" aussieht, steht das Kurbelwellenrad zu weit raus. Die Ursache ist unbekannt, es liegt aber nicht am Schwingungsdämpfer oder der Reihenfolge in der die Zentralschraube und die 4 kleinen Schrauben angezogen werden.

  • Quote from m_seitz

    Edit: Nach einiger Sucherei im englischsprachigen Raum bin ich auf einen Thread gestoßen der ein ähnliches Problem beschreibt: http://www.vwt4forum.co.uk/showthread.php?t=316711
    So wie es bei "Geoman" aussieht, steht das Kurbelwellenrad zu weit raus. Die Ursache ist unbekannt, es liegt aber nicht am Schwingungsdämpfer oder der Reihenfolge in der die Zentralschraube und die 4 kleinen Schrauben angezogen werden.


    Axialspiel der Kurbelwelle? Das setzt natürlich vorraus, dass die Mitnehmer der Ölpumpe so viel Spiel zulassen. Ansonsten kommt ja nur ein defektes KW-Rad bzw. ein defekter Sitz auf der KW in Frage. Überprüfe aber erstmal ob das KW-Rad bei dir überhaupt zu weit raussteht. Für normal halte ich das nicht. Mist, vor kurzem hab ich ein ZR-Wechsel am ACV inkl. Ölpumpe gemacht: Hätte ich mal nachgeschaut/gemessen.


    Quote from m_seitz

    PS: Wie gefährlich ist es eigentlich bei einem Diesel (Selbstzünder) an der Kurbelwelle zu drehen? Wir dabei Diesel in die Zylinder gespritzt? Ist die Bewegung der Zylinder zu langsam um eine "brandgefährliche" Verdichtung zu erreichen?


    Das ist unkritisch, ich hab beim ZR-Wechsel auch mehrmals gedreht. Zum OT-Finden, zur Überprüfung ob alles frei ist usw...

    Langer Radstand, Flügeltüren - keine ABE dafür 8)

  • Hm, ich habe ein Foto gemacht, bevor ich den Schwingungsdämpfer montiert habe, und da sieht man nichts auffälliges.


    Ich habe jetzt zusätzlich ein neues KW-Rad bestellt (ist von Febi und kostet nur 15 EUR). In zwei Wochen werde ich die Sache angreifen und natürlich hier dokumentieren.

  • Nicht den besten Ruf? Ich hab mir extra Febi gekauft weil ich auf Qualität Wert legen wollte! :(
    Was ist denn schlecht an denen? Werden die mit der Zeit rissig oder scheuern den Zahnriemen kaputt?

  • Endlich aus dem Urlaub zurück und gleich unter/neben das Monster gelegt :)


    Es sieht aus, als würde die Spannrolle sich leicht schräg stellen, wenn man ihre Schraube fest dreht (20 NM mit einem guten Momentschlüssel).
    Eine neue Spannrolle und die alte haben jedenfalls keine Verbesserung gebracht. Mit der neuen lief der Riemen ordentlich, bevor ich sie richtig fest gezogen habe.
    Das Kurbelwelenrad habe ich auch getauscht, aber das hat keine Verbesserung gebracht. Das Rad hat auch keinen unnatürlich grossen Abstand zur Ölpumpe (Bild folgt später).


    Jetzt bin ich mit meinem Latein sehr am Ende ...
    Ich werde mal das Internet nach dem neuen Schadbild (schiefe Spannrolle) abgrasen ...

  • Uff, lange Pause ... aber jetzt gibt es endlich ein paar Bilder (falls es jemanden interessiert ;) ).


    Das KW-Rad sitzt, wie gesagt, ordentlich (siehe Bild). Ich habe immer noch die Spannrolle in Verdacht. Die Schraube verwindet sich beim anziehen recht stark, obwohl 20Nm eigentlich nicht viel sind (für so eine "dicke" Schraube). Beim Blick in das Gewindeloch ist mir aufgefallen, dass nur der letzte Zentimeter tatsächlich ein Gewinde hat. Ist das normal? Ich finde es etwas befremdlich, dass ein lebenswichtiges Gewinde nur 1cm lang ist, wenn 2 bis 2,5cm möglich wären.


    Wie dem auch sei, ich fahre jetzt wieder mit meinem Bus. Auch der Zahnriemenschutz ist wieder drauf. Allerdings mit einer groben Anpassung (siehe Bild). Nach genauer Beobachtung hat nicht nur der Riemen (leicht) am Schutz geschliffen, sondern auch das Ritzel der WaPu (stark, siehe Bild). Die WaPu war auch die Ursache für das Schleifgeräusch. Die neue Version ist mit dem grösseren Umfang definitiv nicht mit meinem (alten?) Riemenschutz kompatibel. Ich werde später auch den Eintrag im T4-Wiki dementsprechend ergänzen.
    Den Riemenschutz habe ich kurzerhand über der WaPu abgesägt und mit Versatz nach Aussen wieder angeschraubt. Ich hoffe, dass der Nagellack als Schraubensicherung ausreicht und es den Riemenschutz nicht irgendwann durch Vibrationen zerlegt, so dass er den Zahnriemen zerfleischt. Da muss ich wohl regelmässig ein Auge drauf werfen. Oder gibt es eine neuere Version, die sich mit der neuen WaPu verträgt?

  • Kleines Update: Fast einen Monat später ist die Situation unverändert, der Riemen steht immer noch über und der Motor läuft immer noch prima.


    Die Zahnriemenschutz-Modifikation habe ich inzwischen entschärft. Der Nagellack zur Schraubensicherung ist natürlich nichts haltbares, deshalb habe ich kurzerhand die Enden der Schrauben im Schraubstock zusammengequetscht und dann mit einem schweren Hammer flach geklopft. Mit einer Feile bin ich dann noch scharfen Kanten zu Leibe gerückt, damit beim Aufsetzen des Schutzes nicht der Keilrippenriemen beschädigt wird. Jetzt können sich die Schrauben und Muttern nicht mehr lösen und in den Riementrieb fallen :)