2001er T4 Restaurieren oder zu Ende fahren ?

  • Guten Abend,

    Ich habe zum Vatertag nicht gesoffen, sondern mal eine Bestandsaufnahme von meinem T4 Transporter gemacht.


    Ich bin halt bisschen speziell, eigentlich vergeuden Unternehmer so gar keine Zeit für ihren Fuhrpark, sondern leasen alle 3 Jahre einen neuen Transporter. "Alles Abschreiben" ist das Stichwort, aber das wäre mir erstmal viel zu einfach und dann muss ich erstmal richtig viel Geld verdienen, was irgendwie auch schnell in Stress und Freizeit Mangel ausartet. Ich habe mir noch nicht genau ausgerechnet, um wieviel ich meine Einkommens Steuer bei einer Neuanschaffung reduzieren kann, aber ich werde den größeren Anteil selbst zahlen müssen, und das neue Fahrzeug wird über 6 Jahre abgeschrieben, und Niemand weiß, wie lange der Bauboom noch anhält. Und wenn die Geschäfte im Heizungsbau schlecht laufen, ist Abschreiben kein Thema mehr.


    Ich habe meinen Transporter jetzt seit März 2006, damals war der noch fast neu, ein Leasing Rückläufer, knapp über 110 tkm gelaufen.

    Was soll ich sagen, der Bulli ist unter dem Strich nur einmal mit toter Batterie nicht mehr nach Hause gekommen, ansonsten hat der immer gelaufen.

    Ich habe ihn immer Rechtzeitig gewartet, regelmäßig neue Verschleißteile eingebaut und ihn 2008 mit Wachs versiegeln lassen.

    Das einzige was Unterdurchschnittlich war, war die Serienmäßige Auspuff Anlage, die im Schnitt nur 4 Jahre hielt. Da ich mich berufsbedingt gut mit Rohre auskenne, habe ich irgendwann gebürstete Niro Rohre gebogen und an die intakten Töpfe eingeschweißt, - seitdem ist Ruhe.


    Kosten mäßig ist der T4 mit dem 88 PS 5. Zylinder ein Witz, und wenn man ein bisschen technisch versiert ist, kann man so ziemlich alles selber reparieren. Notwendige Werkzeuge habe ich über die Jahre gekauft oder auf meiner Drehbank angefertigt.

    Rein technisch ist nach rund 240 tkm nicht viel zu machen, außer das Zündschloss, das ist ausgejackelt und beim Kaltstart qualmt der Diesel, wieso weshalb auch immer. Öl und Wasser muss ich den AJT Motor aber nicht nachfüllen.


    Aber die Radhäuser, die rosten dann doch. Da hat das ausbürsten und die Nachlackierung 2012 auch nichts dran geändert.

    Ich wohne auf dem Dorf, ganz im Norden 20 km von der Nordseeküste, die Winter sind nicht Kalt sondern meistens matschig.

    Ich habe gestern einen Farbeimer Sand aus den Radhäusern geholt, diesmal mit dem Hochdruckreiniger, weil ich den Unterboden mal sauber haben wollte, - es war eine sau arbeit.

    Jetzt muss ich mich entscheiden, wie es mit dem Bulli weitergehen soll?


    Der Plan war, das ich den T4 zu einem motivierten Karosseriebauer gebe, der mir die Radhäuser mit neuen Reparatur Blechen auf Vordermann bringt. Im Anschluss geht der Transporter zum Lackierer, und wird einmal komplett neu lackiert, incl. ausbeulen von Kotflügel und Heckklappe. Das Feuer rot ist seit Jahren ausgeblichen und die Beschriftung hat auch das Beste gehabt.

    Der Betriebswirtschaftliche Vorteil wäre, ich kann Reparaturen grundsätzlich sofort abschreiben, jetzt wo der Laden brummt. Und ich behalte ein sehr einfaches Fahrzeug, was günstig im Unterhalt ist.


    Es geht mit nicht allein um die hohen Stundenlöhne in einer VW Werkstatt, sondern auch um die Tatsache, dass 3 von 4 Fachwerkstätten schon bei den einfachsten Fehlern (z.B. Förderbeginn einstellen / Temperatur Geber prüfen) gescheitert sind. Wie soll das erst werden, wenn man mit einem neuen T6 da ankommt..?


    Aber es geht hier um Kosten. Ich könnte den Bulli selbst schweißen, ich habe eine recht professionelle KFZ Werkstatt, und nebenan ein Vorführraum mit diversen Schweißgeräten eines großen Deutschen Schweißtechnik Herstellers, aber man muss auch wissen wie man anfängt, und es soll bei den Aufwand dann auch wieder 10 Jahre halten.

    Ich Grübel jetzt darüber, mit welchen Kosten ich wohl für die professionelle Instandsetzung rechnen muss, bzw. was da in etwa an Stunden reingehen?



    Was meint ihr? Es geht erstmal um die 4 Radhäuser außen, Scheiben sind hinten nicht drin.

    Material (mit Rep. Bleche, Hohlraumversiegelung, Dichtmasse) ist ja eigentlich ein Witz, da rechne ich mit max. 1.000 €.

    Eine schöne Metallic Lackierung 2.500


    Mfg von der Küste, Andre´

  • Rauflaufe links und rechts (inklusive A Säulen) und Kotflügel links und rechts haben mich mit etwas Rabatt bei VW 900€ kekostet.

    Scheibe raus, Scheibenrahmen beide schweller von vorne bis hinten und die Bleche teilweise einschweißen und Lack vorbereiten haben mich etwa 40 Stunden gekostet

    Ein Profi wär schneller gewesen. Aber auch teurer. Und dann eben noch der Lack

  • Die Teile dürften im Internet doch viel günstiger sein. Ich hab für den rechten Kotflügel mit Kiemen z.B. 70,- gezahlt.

    Mein Karosseriebauer hat andere Teile lieber selbst gemacht, z.B. die Träger zur Stoßstange.

    Bei mir wurden also die Radläufe gemacht, Fußtritte, Bleche von innen zum Kotflügel, rechter Kotflügel und Komposter, Bleche im Motorraum wo Batterie und Steuergeräte sitzen. Delle an der Heckklappe entfernt.

    Dann von unten bis zum Dach neu lackiert.

    Netto 3000,-

    Jetzt läuft er wieder und läuft und läuft.


    Vielleicht solltest du mal eine genaue Bestandsaufnahme der Rostschäden machen. Und Angebote einholen. Wichtig ist aber, dass die Leute gut und sauber arbeiten.

    Meiner hatte auch Oldtimer gemacht.


    Wenn sie deinen Trapo wie eine alte Karre behandeln bringt es nichts.

  • Hört sich bei Euch nach einer voll Restauration an...

    Die letzten Baujahre ab 2000 haben meiner Ansicht weniger Rost als die frühen mit Modelle.


    War gestern bei einen erfahrenen Karosseriebauer, er meinte es wird für die 4 Radhäuser nicht mehr wie 2.000 € Brutto an Lohnkosten. Allerdings muss ich für eine Komplett Lackierung wohl 3.000 € Brutto rechnen.

    Also komme ich für die Karosserie voraussichtlich insgesamt auf 6.000 € Brutto, das sind für mich als Firma Netto 5.000 € (die Mehrwertsteuer gibt es ja vom Finanzamt wieder, so lange der Bulli in der Firma bleibt) und dann noch Gewinn mindernd, das mir die Aktion mit der Einkommenssteuer Ersparnis rund 3.000 € kostet.


    Das ist mir der Transporter wert. Allerdings habe ich so bisschen Angst, daß die Reparatur Bleche deutlich schneller rosten als die ab Werk.

    Ich würde auf jeden Fall die Rep. Bleche von VW bestellen.


    Wie ist eure Einschätzung?

    Sind 10 Jahre bis zur nächsten Durchrostung realistisch, wenn ich halbjährlich die Salz / Matschplöre aus den Radhäusern Bürste und mit Wachs versiegel?


    Hier mal paar Bilder

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    2 Mal editiert, zuletzt von Heizungsbauer T4 ()

  • Wenn der Lacker nen richtigen Lackaufbau macht dann hält das auf jeden Fall.

    Ich habe mich für Original Bleche entschieden weil die von der Passgenauigkeit besser sind als die aus dem Zubehör.

    Dann habe ich den Lacker gebeten am Radlauf und schweller einen Steinschlagschutz aufzutragen.

    Und auch am Kotflügel von innen. Einfach in der Hoffnung das es dann länger hält.

  • Steinschlagschutz wurde bei mit auch verwendet. Das Zeug, dass die Firma auch bei Unimogs einsetzt. An allen Pfalzblechen unten und am Radlauf bis zur Kante. Sieht etwas wie Gänsehaut aus, aber ganz ok.


    Ich glaube nicht unbedingt, dass die ab 2000 weniger rosten, deiner ist nur 5J. jünger. :-)


    Bei meinem hat man von Außen auch nur Radläufe gesehen.


    Rost war dann z. B. an der Innenkotflügelkante zum Getriebe hin auf beiden Seiten. Nehme an der Unterbodenschutz war vergammelt und dann ist es da an der inneren Kannte reingezogen. Man konnte fast nichts sehen, aber nach innen war er schon durch. Mit der Hand und beherztem Griff konnte man den Unterbodenschutz dann leicht abziehen.


    Ausserdem rosten sie immer in den Trägern. Von daher auch hier Fette o. ä. verteilen.

  • So wie ich das beobachtet habe hat der Multivan von Haus aus eine bessere Konservierung bekommen. Aber eben nur am Unterboden.

    Aber auch die mehrschichtlackierung die der metalliclack mit sich bringt schützt besser vor Rost.

    Aber das alles bringt nichts wenn so ein Spezialist beim scheibenwechsel recht grobmotorig vor geht.


    2012 gab ich meine Schweller richtig dick mit Fluid Film Fluten lassen.

    Würde ich jetzt nicht mehr machen. Als ich den Schweller auf gemacht habe lag das Zeug Staub trocken drin.


    Dieses mal habe ich es mit einer Hohlraumkonservierung von Makra versucht.

  • Hallo,

    gegen den Matsch verbunden mit Salz-Luft-Wasser ;-) empfehle ich auch Radhausschalen, die von Lokari sind sehr passgenau und stabil. Die werden so montiert, dass dahinter bis zum Blech noch Luft verbleibt, so dass es dort immer wieder schnell abtrocknen kann. Also Radhäuser restaurieren, konservieren (Fett/Wachs...) und dann die Schalen montieren.

    Gruß Rainer


    P.S. Du siehst, hier im Forum sind alle für "zu Ende fahren"

    Du weißt nicht, was du gesagt hast, bevor du nicht gehört hast, was der Andere verstanden hat!

  • hallo und moi moin

    auch ich habe mich (eigentlich) entschlossen, meinen t4 weiter zu fahren und für die nächsten (10-20) jahre wieder fit zu machen.

    Da jetzt langsam der rost kommt, muss ich die schwellen und radkästen komplett tauschen und will dann auch auch gleich alle verrosteten blechteile austauschen. Hier wollte ich auch nur originalteile neu einbauen. Nur im notfall soll der rost am t4 „bekämpft“ werden. Mir ist klar, dass dies einiges kosten wird, jedoch deutlich billiger als ein neukauf.

    Wer kennt eine gute werkstatt in norddeutschland? Ostseeküste? Umkreis ca. 200 km um wismar herumwäre für mit ok.