T4 1,9TD rasselt beim gas geben

  • wir haben doch auch ein Mitglied im Forum der aus Norwegen kommt.#Wen fällt der NAme ein?


    Der mit dem dragongreenen Bus.


    der immer englisch schreibt..... ?


    Indian oder so ähnlich, ich finds gerade nicht.

    HAt mal seinen KAltstart nach 6 Wochen - 20° (oder so) beschrieben mit Video

    alla dann - Fridi 1.9D(1X) 12/91 LR, LKW (03/1994 bis 07/2010) von 20 500 bis 610 000 2.5D(ACV-ABT)05/00 LR, PKW, Syncro (seit 10/2009) von 238 000 bis jetzt 541000 Verbrauch zur Zeit: 6,7 l / 100 km :)

  • Der Rücktransport über den ADAC ist nun organisiert und wir fliegen nun zurück.. sobald der Bulli zuhause angekommen ist werde ich euch auf dem Laufenden halten was die Probleme waren!

  • So, der Bulli ist nun seit vergangenem Dienstag wieder in Deutschland bei mir zuhause. Die erste Diagnose hat ergeben, dass die Werkstatt in Norwegen durch ihren Reparaturversuch die Nockenwelle um 180 Grad gedreht hat und die Steuerzeiten total verstellt waren. Nachdem das wieder gerichtet war konnten wir uns dem eigentlichen Problem widmen....


    (beschrieben hier:


    1. auch bei gezogenem Choke und vorgeglüht springt der Bulli nur schwer an und ist dann stark am husten und geht ohne Gas zu geben nach kurzer Zeit (maximal fünf Sekunden) wieder aus. Habe grade mal in den Motorraum geschaut, da schüttelt sich beim Starten alles was geht, könnte man sagen.


    2. sehr starkes Rauchen aus dem Auspuff, nun auch leicht aus dem Motorraum. Sowohl im Leerlauf als auch beim Gas geben.


    3. bergab und im Leerlauf geht der Bulli aus.


    4. was als Rasseln beim Gas geben startete, ist nun ein ausgewachsenes Klappern was auch im Leerlauf noch deutlich zu hören ist.


    5. Leistungsverlust, bergauf Fahrt quasi nur im ersten Gang bei 10 km/h möglich, bei gerader/abfallender Strecke schafft er mit Biegen und brechen maximal 100.)


    ....sind aber leider noch nicht wirklich zu einer Lösung gekommen. Bisher haben wir festgestellt, dass die Tassenstößel über dem vierten Zylinder festgesetzt waren. Auch sind im Zylinderkopf zwischen den Ventilen Risse zu sehen (siehe Bild links im Anhang von einem Zylinder. Ist bei allen vieren so). Nach Ausbau des Zylinderkopfes sind dann Anschlagspuren am Kolbenkopf sichtbar geworden (siehe Bild rechts Anhang). Habe das mal gegoogelt, in Foren etc. wird immer davon gesprochen, dass dies von den Pleuellagern, also von der Kurbelwelle, käme. Die Kurbelwelle haben wir daraufhin gestern mal gecheckt, sie sieht so weit in Ordnung aus.


    Ich habe nun folgende Fragen:

    - kann ein Defekt der Tassenstößel für die Symptome des Schadens verantwortlich sein?

    - muss der Zylinderkopf ausgetauscht werden?

    - sind die Anschlagspuren auf dem Kolbenkopf so massiv, dass ein Austauschmotor fällig ist?

    Bildschirmfoto 2021-08-13 um 13.56.07.pngBildschirmfoto 2021-08-13 um 13.56.31.png

  • ich halte diese kleinen Risse für unproblematisch.


    Das haben viele der Vorkammermotoren.


    und wenn die Kurbelwelle OK ist (sich normal drehen lässt) solten die Kolben auch OK sein.


    Dieses leichte Aufsetzen wird durch die völlig verstellten Steuerzeiten gekommen sein.

    alla dann - Fridi 1.9D(1X) 12/91 LR, LKW (03/1994 bis 07/2010) von 20 500 bis 610 000 2.5D(ACV-ABT)05/00 LR, PKW, Syncro (seit 10/2009) von 238 000 bis jetzt 541000 Verbrauch zur Zeit: 6,7 l / 100 km :)

  • interessant, daß eine um 180° verdrehte Nockenwelle nur zu leichten Aufsetzern führt, und der Motor trotzdem läuft ... ich hätte vermutet, daß es einmal laut Krach macht und dann nur noch alle losen Einzelteile klappern (wenn man ihn hochnimmt und schüttelt) ...

    Gruß
    MiKo
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    Caravelle 11/98 AHY+, 550940 km;
    (17.06.1999 bis 01.03.2018 - 6833 Tage)

    mittlerweile 40 Monate "auf Entzug" - der Caddy ist seit 94Tkm eine brauchbare "Ersatzdroge"

  • Hallo!


    Theoretisch können feststeckende Stößel dazu führen, dass ein Ventil nicht mehr schließt und es zu den Ventilaufsetzern an den Kolben kommt. Es ist aber extrem unwahrscheinlich, dass dies an allen 4 Zylindern geschieht.


    Viel wahrscheinlicher ist, dass, wie ich mehrfach angemerkt habe, das Timing nicht gestimmt hat und die Ventile noch offen standen, als die Kolben wieder hoch kamen. Ganz typisches Schadensbild bei diesen Motoren nach Fehlern beim Einstellen der Steuerzeiten, oder nach Lockern von Komponenten wie Schwingungsdämpfer oder Nockenwellenrad!


    Der Motor hat ja begonnen zu rasseln, das war das Geräusch bei der Kollision von Ventilen und Kolben. Die Kolben werden dabei außermittig angestoßen und kippen gegen die Zylinderwand, was schon nach wenigen 100km Schäden an den Laufflächen verursacht, die den ganzen Motorblock unbrauchbar machen können. Daher war es wichtig, die Reise nicht fortzusetzen, das hat den Motor vorm Totalschaden gerettet. Dass das Rasseln lauter wurde und dann weitere Probleme auftraten, spricht dafür, dass sich etwas sukzessive langsam verstellt hat. Daher sind die Ventile relativ "zart" an den Kolben angestoßen.


    Die Norweger haben dann gepfuscht und die Nockenwelle 180° verdreht eingestellt. Dabei passiert nichts, da diese Stellung sowieso alle 2 Motorumdrehungen auftritt. Allerdings wird zum falschen Zeitpunkt, nämlich beim Ladungswechsel und nicht im Kompressionstakt, eingespritzt. Lustigerweise starten die Motoren dennoch, allerdings mit viel Rauch und wenig Leistung. Ist mir auch schon passiert.


    Nochmals konkret zu deinen einzelnen Fragen:


    1:) Nein, es ist unwahrscheinlich, dass ein Defekt der Stößel die Schadenssymptome verursachte. Es ist vielmehr so, dass die Stößel durch das Anschlagen der Ventile am Kolben Schläge abbekommen haben, die zum Defekt führten.


    2:) VW gibt an, dass Risse zwischen den Ventilen bis zu einer Breite von 0.5mm unbedenklich sind und die Lebensdauer nicht herabsetzen. Daher muss der Kopf nicht getauscht werden. Aber die Stößel der Ventile, die Abdrücke auf den Kolben hinterlassen haben. Das sind bei dir, wie meistens, die Auslassventile. Meistens daher, weil sich die Steuerzeiten tendenziell eher nach "spät" als nach "früh" verstellen, denn dazu müsste die Nockenwelle "freiwillig" voreilen. Zu prüfen ist, ob die Ventile in den Führungen noch sauber laufen, davon gehe ich aber, aufgrund der "sanften" Abdrücke auf den Kolben aus. Bei heftigeren Aufsetzern können Ventilschäfte gestaucht und die Führungen deformiert sein (und noch vieles mehr...).


    3:) Wie schon bemerkt, halte ich, aufgrund der Bilder, die Aufsetzer für relativ sanft. Daher werden Kolben und Pleuel nicht viel abbekommen haben. Schäden, auf die man prüfen könnte, wären Risse im Kolbenboden und verbogene Pleuel (Kolben laufen dann schief in den Zylindern, was man in krassen Fällen am ungleichmäßigen Ringspalt zum Block erkennen kann). Außerdem können die Kolben gestaucht sein, wodurch sich das Kolbenringspiel des obersten Kolbenrings so verringern kann, dass dieser klemmt, also Freigängigkeit sicherstellen. Falls bei der Gelegenheit neue Ringe montiert werden sollen, darauf achten, dass der Honschliff noch vorhanden ist, ansonsten nachhonen oder aufbohren / Übermaßkolben verwenden.


    Hier noch ein Bild eines durch starkes Aufschlagen beschädigten Motors ähnlicher Bauart (VW LT1 6-Zyl.-Wirbelkammermotor):


    Risse-Kolben.jpg


    Risse-ZK.jpg