2,5i 116PS (APL) läuft nur noch auf 4 Zylindern - Ursachensuche

  • Moin,

    mein braver T4 hat nun etwas über 320.000 km auf der Uhr, davon 200.000 km bei mir und mit Autogas.

    Kürzlich lief er sehr rauh und ruppig (offensichtlich nur noch auf 4 Zylindern), und hat auch nicht mehr auf Gas umgeschaltet. Ich vermutete, das Gassteuergerät erkennt eine Fehlfunktion im Motorbetrieb und lässt kein Umschalten auf Gas zu, so kenne ich es vom Renault.

    Heute habe ich den Verteiler kontrolliert, denn mit der Verteilerkappe hatte ich vor Jahren schon einmal Probleme. Jetzt sieht da aber alles gut aus.

    Bei der Kontrolle des Zündkerzenbilds (NGK BUR5ET, jetzt ca. 30.000 km alt) sah mir die vom mittleren Zylinder dunkler aus als die anderen - ist das dann der Zylinder der nicht mehr mitarbeitet?


    Wieder alles zusammen montiert und den Motor gestartet, lief er wieder sehr rumpelig - der eine Zylinder fehlt wohl weiterhin?

    Mit einer Thermokamera in die Zündkerzenschächte reingefilmt, wurde aber der Zylinderkopfbereich direkt um die Zündkerzen bei allen fünf Zylindern gleichermaßen warm.

    Nach kurzer Laufzeit hat er dann doch noch umgeschaltet auf Gas - und der Motor läuft plötzlich seidenweich und rund auf allen Zylindern.

    ?!?!?!?!?


    Ich verstehe das nun so, dass der Motor ein Problem nur im Benzinbetrieb hat. Zündung fällt also raus, bleibt also noch die Einspritzung übrig. Aber trotzdem werden alle Zylinder gleichermaßen warm. Wie das?

    Familienkutsche: Ex-Polizeibus Rosenheim (grün), TSN 443, Benzin 2,5l APL 85 kW / 116 PS, 5Gang, Schiebetür li+re, AHK, LPG, EZ 08/1999 (MJ 2000), aktuell 325Tkm

  • Fahre doch mal zu deinem Gaseinbauer. Die haben über die Gasanlagensoftware noch mehr Möglichkeiten Fehler auszumachen als das, was serienmäßig nur bei einem Benziner möglich ist.

    Und ja, deiner These würde ich tendenziell folgen.

    Denkbar wäre z.B. dass die Einspritzung bei einem Zylinder nicht optimal ist, dadurch verbrennt er das anders eingespritzte Benzin schlechter. der Zylinder dürfte dann auch warm sein, wenngleich er nicht richtig arbeitet stellt er seinen Betrieb ja nicht ein. Deine Prüfung mit der Thermokamera hast du u.U. also nicht korrekt interpretiert.

    M-E. erfolgt die Umschaltung auf den Gasbetrieb tempabhängig, weil Gas erst bei einer höheren Temp arbeiten kann. Das Auto muss also eine Temp von, ich meine 40 Grad haben bevor er das macht. Und daher springt die Anlage auch meist eher um, wenn es Sommer ist bzw. wenn er eh warm gefahren ist und neu startet.

  • Gaseinbauer fragen ist schwierig - den gibt's nicht mehr. Und wenn ich zu einem anderen gehe, weiß ich schon was ich dann zu hören bekomme. Da ist grundsätzlich alles die Vollkatastrophe, was die nicht selbst eingebaut haben. Mag sein dass es welche gibt die nicht so ticken, aber ich habe zu viele Erfahrungen mit 100% diesem Ergebnis, ich mag keine weiteren Versuche. Gaseinbauer sind ein besonderes Völkchen...


    Ja, Umschaltung auf Gas erfolgt temperaturabhängig. 40°C ist die übliche Temperatur, kann aber frei gewählt und eingestellt werden. Genug Temperatur hatte mein Motor jedesmal. Und da es nach Kühlwassertemperatur geht, kann man die Temperatur rund ums Kerzenloch getrost als durchkonditioniert betrachten.


    Einspritzung nicht optimal - muss dann schon das Einspritzventil raus, oder macht es Sinn mit einem Systemreiniger zu arbeiten?

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  • Ich kenn mich mit dem Gasumbau überhaupt nicht aus, daher die Frage, ob evtl. das Gas - Luftgemisch leichter zündet als das Benzin - Luftgemisch. Wenn ja, dann könnte auch irgendwas in der Zündanlage schwächelt und nur noch ein 'Fünkchen' liefern, dass für Gas noch reicht, für Benzin aber manchmal nicht mehr.

  • Ist eher anders herum, Gas braucht mehr Zündenergie.


    Heute lief er nur am Anfang im Benzinbetrieb auf vier Töpfen. Nach einer Weile Gasbetrieb hab ich testweise auf Benzin umgestellt, da lief er einwandfrei auf allen fünfen. Später, nach einer längeren Pause, war im Benzinbetrieb wieder nur Vierzylinderbetrieb möglich.

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  • na, wenn du nicht von dieser Einstellung abweichst, wirst du wohl weiter in die Glaskugel schauen müssen.

    Gerade bei Fehlern, die unterschiedliche Ausprägungen in Benzin- und Gasbetrieb haben oder die nur in einem Betrieb auftreten, bietet das Auslesen über die Gassoftware enorme Vorteile.

    MEIN Gaseinbauer existiert glücklicherweise noch, also hatte ich nie so ein Dilemm wie du. Richtig ist auf jeden Fall, dass ein Gaseinbauer schon auf seine Produkte/Einabustruktur schwört, aber das macht jede Werkstatt auch. Im Gaseinbausegment gibt es auch erhebliche Qualitätsunterschiede und im Regelfall ist der Einbau einer Gasanlage eher als "Zubehörsammelsorium" einzuordnen.

    MEIN Gaseinbauer ist ein begeisteter T1/T2/T3/T4 -Schrauber und er hat zudem eine freie Werkstatt, da ist das Standbein Gaseinbau auch nur eins.

    Das waren die Kriterien, die mich bei ihm landen ließen. Seither bin ich immer gut mit meinen Anlagen gefahren. Und ja er baut eben auch nur bestimmte Anlagen ein (hauptsächlich BRC).

    Drei Mal hatte ich mit meinen T4s Probleme, die weder VW noch eine freie Werkstatt wirklich lösen konnte, durch Diagnose bei meinem Gaseinbauer lösen können. gerade beim 6Ender ist das Ganze auch schon mal etwas komplexer.

    Du hast ja kein Problem mit der Gasanlage, du möchtest lediglich die Gasanlagesoftware für die Motordiagnose nutzen. Bei deinem Problem solltest du dich also ruhig an einen professionellen Gasumbauer wenden. Welche Anlage hast du denn verbaut? Hast du Flash Lube mit verbaut?(Letzte Frage ist rein aus Interesse, hat nichts mit der Thematik zu tun)

  • Ich habe die BRC Sequent drin. Und kein FlashLube.


    Meine eine "Glaskugel" spuckt die Fehlercodes aus:

    16685 (Verbrennungsaussetzer Zylinder 1)

    16687 (Verbrennungsaussetzer Zylinder 3)

    16804 (Katalysator Bank 1 Wirkung zu gering)

    17621 (Einspritzventil Zylinder 1 Kurzschluss nach Plus)

    17647 (Einspritzventil Zylinder 3 Unterbrechung)

    17909 (Kraftstoffpumpenrelais Kurzschluss nach Masse)


    Mit der anderen "Glaskugel" habe ich den Spulenwiderstand der Einspritzventile gemessen. Zylinder 2 und 4 haben ~ 18 Ohm, Zylinder 3 hat 0 Ohm keinen Durchgang. Zylinder 1 und 5 sind schwerer zu erreichen, und ich musste für heute unterbrechen.


    Was kann deiner Erfahrung nach die Gas-Software besser/präziser auslesen und anzeigen, dass du andere Diagnosemöglichkeiten als "Glaskugel" betitelst?


    Und ja, in gewisser Weise schätzt jede Werkstatt ihre eigene Arbeit am höchsten ein. Meine Erfahrung ist halt, dass das bei Gaseinbauten mit deutlichem Abstand am ausgeprägtesten ist. Und weil die Gastechnik beim Kunden/Autofahrer im Allgemeinen nicht so vertraut ist wie die sonstige Kfz-Technik, wird hier halt gern sonst was erzählt. Was mitunter sehr krude und realitätsfern ist. Nach der Philosophie "merkt ja keiner, und sichert mir eine besondere Aura"...

    Natürlich sind ältere R67.01-Gasumbauten ein "wildes Zubehörsammelsurium" - es sind einzelne Komponenten die passend zusammengestellt werden. Mit den R115-Umbauten ist es nicht wesentlich anders, da besteht auch alles aus R67.01 Einzelkomponenten.

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  • Meine beiden letzten waren auch BRC Anlagen. Qualitativ sind die ordentlich.

    Von wo kommst du?

    Ich schreibe hier einfach mal meinen Gasanbieter als Infoquelle, weil ich ihn für einen Guten halte. Google. einfach Hirschgas

    Der verbaut die BRC und vllt kann er dir sogar tel. wertvolle Infos zu deinen Fehler geben.

    Vllt ändert sich dann deine Meinung zu den Umbauern, vllt bestärkt es dich in deiner Meinung...

  • Moin,

    ich habe den älteren AAF Benziner. Dennoch tippe ich auf Nebenluft durch eine undichte Abdichtung zwischen Zylinderkpof und Benzin-Einspritzdüse.

    Ich hatte so etawa auch mal, und dabei ist mir der Motor richtig kaputt gegangen. Interessant ist ja, das wenn er auf Gas umschaltet, läuft er gut. Lass den Motor mal auf Benzin laufen, und spritz die Einspritzdüsen mit Bremsenreiniger ab. Aber nicht bei heißem Motor. Brandgefahr. Achte dann mal darauf, ob es dann Drehzahlschwankung gibt. Zu den Dichtungen gab es mal eine techn.Änderung.

    Gruß Peter

  • Ich bin in Mecklenburg zuhause. Hirschgas ist gut eine Stunde entfernt. Gut zu wissen dass es da jemand gibt, aber für eine Fehlerspur die mir unplausibel erscheint für mich zu weit weg zum mal eben hinfahren.


    Die Fehlercodes und die Messung an den ESV-Spulen zeigen m.E. ziemlich deutlich den vermutlichen Defekt an. Habe jetzt neue ESV geholt und eingebaut, und siehe da, der Motor läuft wieder einwandfrei.


    ich werde den Fehlerspeicher nochmals löschen, und nach einer Fahrt nochmal schauen ob die Fehler 17621 und 17909 nochmal auftreten.

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  • Na ja, zu weit weg ist relativ.

    Ich habe den 15 Jahre mit all meinen Bussen aufgesucht und wohne auch 90 km von ihm entfernt. Für mich war es wichtig, einen adäquaten Ansprechpartner zu haben. Und von Reinfeld kommt man mit dem Zug auch wieder gut weg, wenn er da bleiben musste.

    Aber dann ist das Problem ja behoben.

  • Wenn er nur auf 4 Pötten läuft, sollte man zunächst herausfinden, welcher Zylinder nicht mitläuft.
    Nacheinander bei auf Benzin laufendem Motor von jeweils einem Zylinder das Zündkabel abziehen (vorsciht Hochspannung!). Dort wo der Motorlauf sich nicht ändert, liegt der Fehler.

    Zündkerze des betreffenden Zylinders rausdrehen, und prüfen, ob sie nass ist. Dann wäre schon mal Sprit vorhanden.
    Auch mal die Zündkerzen des faulen Zylinders mit einem anderen untereinander tauschen, und sehen, ob der Fehler mitwandert.
    Falls dann immer noch derselbe Zylinder streikt, auch den Rest der Zündanlage prüfen (Kappe, Kabel, Verteilerfinger).

    Wenn die Prüfung der Zündanlage nichts ergibt, geht es an die Sprit-Seite.
    Die Gasanlage bekommt ihre Einspritzimpulse vom Motorsteuergerät, verkürzt oder verlängert sie, und leitet sie auf die Gas-Düsen weiter.
    Außerdem werden bei Gasbetrieb die Benzindüsen über das Gas-Steuergerät abgeschaltet. Dazu werden die Steuerleitungen der Benzindüsen von diesen abgenommen, an das Gas-Steuergerät angeschlossen, welches dann wieder mit den Benzindüsen verbunden ist.
    Das bedeutet, dass auch bei Benzinbetrieb das Signal für die Benzindüsen einmal durch das Gas-Steuergerät muss.
    Bleiben als mögliche Fehlerquellen die Verbindungen zwischen Gas-Steuergerät und Motorsteuergerät, zwischen Gas-Steuergerät und Benzin-Düsen oder das Gas-Steuergerät selbst.
    Natürlich kann auch ein Fehler im Motorsteuergerät vorliegen, so dass das Steuersignal für den humpelnden Zylinder gar nicht aus dem Steuergerät raus kommt. Dann läuft natürlich auch der Gasbetrieb nicht.