Wiederholte Undichtigkeit am Nehmerzylinder

  • Hallo zusammen,


    mein Bus hat offensichtlich ein leidiges Thema: der Nehmerzylinder!


    Zur Geschichte: Kurz nach meinem Gebrauchtkauf bei ca. 250.000 km war damals die Kupplung fällig, also bei der Werkstatt reparieren lassen. Meines Wissens wurde damals auch die ZMS ersetzt. Anschließend hatte Ich erstmal Ruhe, bis dann bei der ersten Benutzung nach 2 jähriger Standzeit das Kupplungspedal ins leere fiel. Es zeigte sich auch direkt eine Bremsflüssigkeits-Lache unter dem Bus, also zur Werkstatt geschleppt und einen neuen Kupplungsnehmerzylinder (ACV Motor, 02G-Getriebe - also innliegender Zylinder) einbauen lassen.

    Schätzungsweise 20-30.000 km später: eine Undichtigkeit an einer Bremsleitung, also mit dem Bus auf die Grube - dabei festgestellt: Es hängt auch ein Tropfen am Getriebegehäuse. Die Blickdiagnose vorbei am Kupplungs-Entlüftungsventil nach innen zeigte deutlichen Austritt von Bremsflüssigkeit beim betätigen des Kupplungspedals. Also wieder zur Werkstatt, dort schon Verwunderung warum das schon wieder ein Problem ist. Dort dann tatsächlich auf Kulanz des Zylinder-Herstellers einen neuen Ausrückzylinder eingebaut bekommen - der KFZ-Meister hat aus Interesse den Zylinder mit dem Dremel geöffnet und darin schwarze Ablagerungen (?!) festgestellt. Beim Tausch wurde dann auch das komplette Bremsflüssigkeitssystem einmal mit neuer Flüssigkeit durchgespült. Danach hatte Ich auch erstmal wieder Ruhe.

    Keine 20.000 km später, gerade vor kurzem, wieder ein Problem: Reparatur am Auspuff, Ich fahre über die Grube und bekomme durch Zufall einen Tropfen ab. Ich rieche daran, definitiv kein Motoröl, und finde einen Tropfen am Getriebegehäuse. Ich hoffe es läuft nicht wieder auf den Zylinder hinaus, meine bittere Vermutung geht allerdings dahin.


    Bevor Ich nun wieder "einfach" einen Nehmerzylinder tauschen lasse und in 20.000 km wieder am gleichen Punkt stehe: Gibt es irgendwelche Ideen wovon diese wiederkehrenden Undichtigkeiten kommen könnten? Verschmutzungen im System? Sich auflösende Dichtungen? Irgendjemand, der mal falsche Bremsflüssigkeit eingefüllt hat (müsste ja aber spätestens nach dem Spülen weg sein)? Weitere Ideen? Ich bin ratlos und müde! ||

    Im Voraus vielen Dank für eure Hilfe!

  • Die km sagen erst mal nix. dazu mal die Zeiträume und Standzeiten.

    Im Nachbarforum gibt es gerade eine Erhebung dazu, da das Thema "nur" bei Fahrzeugen auftritt, die nicht regelmäßig bewegt werden. Insbesondere die Sommerfahrer.
    Aber es trifft nicht immer und jeden.

    Die Dichtlippe wird beschädigt. Warum - das wird gerade eruiert.

    Mal ein Bild der Welle bei ausgebautem Ausrücklager.

  • … und ansonsten mal den Hersteller beim nächsten Teilewechsel wechseln - die Werkstatt hat ja wahrscheinlich beim Tausch wieder den selben Hersteller verbaut. Apropos Hersteller: Von wem ist das Teil denn?


    Und ganz grundsätzlich: Die Teilequalität ist insgesamt schlechter geworden.

  • … und ansonsten mal den Hersteller beim nächsten Teilewechsel wechseln - die Werkstatt hat ja wahrscheinlich beim Tausch wieder den selben Hersteller verbaut. Apropos Hersteller: Von wem ist das Teil denn?

    Nettes Unterfangen: wieviele Hersteller gibt es außer LUK?

  • … und ansonsten mal den Hersteller beim nächsten Teilewechsel wechseln - die Werkstatt hat ja wahrscheinlich beim Tausch wieder den selben Hersteller verbaut. Apropos Hersteller: Von wem ist das Teil denn?

    Nettes Unterfangen: wieviele Hersteller gibt es außer LUK?

    Tatsächlich gibt es eins von Valeo. Persönlich würde ich das probieren.

    https://www.ebay.de/itm/182698…1K777W8H0EKF2W9X630BR5EKA

  • Die km sagen erst mal nix. dazu mal die Zeiträume und Standzeiten.

    Im Nachbarforum gibt es gerade eine Erhebung dazu, da das Thema "nur" bei Fahrzeugen auftritt, die nicht regelmäßig bewegt werden. Insbesondere die Sommerfahrer.
    Aber es trifft nicht immer und jeden.

    Die Dichtlippe wird beschädigt. Warum - das wird gerade eruiert.

    Mal ein Bild der Welle bei ausgebautem Ausrücklager.

    Hi zusammen!
    Die Daten sind schwer nachzuvollziehen, was Ich in Erinnerung habe schreibe Ich hier einfach einmal zusammen:

    - Kauf 08/2015 mit ca. 240.000km, ziemlich bald danach Kupplung + ZMS getauscht
    - täglicher Fahrbetrieb bis ca. 2017
    - 2017-2019 längere Standzeit, danach beim ersten Betrieb die erste Undichtigkeit des Ausrückzylinders

    - danach sporadischer Betrieb über die Sommerzeit (Saisonzulassung)
    - ca. 2022 erneute Undichtigkeit des Ausrückzylinders

    - seit letztem Tausch des Zylinders keine Saisonzulassung mehr, regelmäßiger Betrieb (max. Standzeiten geschätzt 6 Wochen)


    Mittlerweile bin Ich mir gar nicht mehr so wirklich sicher ob Ich tatsächlich einen undichten Ausrückzylinder oder ein Kühlwasser-Problem habe. Letzte Woche war Ich bei der Werkstatt und habe einmal mein Problem geschildert. Wir sind so verblieben, dass Ich das Auto einfach mal bewege. Auffällig war nämlich: es fehlt kaum Flüssigkeit im Bremsflüssigkeits-Ausgleichsbehälter!
    Am letzten Wochenende bin Ich damit ca. 300km gefahren, danach und auch gestern über habe Ich überhaupt keine neuen Tropfen unter dem Bus finden können. Auch am exakt dem Füllstand entsprechenden Strich am Ausgleichsbehälter keinen Unterschied festgestellt, der nicht von einer veränderten Parkposition her kommen könnte, ausmachen können.
    Gestern Abend hatte Ich eine ca. 50km Autobahnfahrt und heute habe Ich wieder einen Tropfen am Getriebegehäuse ausmachen können, beim Blick in den Motorraum habe Ich allerdings oben auf dem Getriebegehäuse einen "nassen Fleck" gefunden und auch an einer Schlauchschelle sieht man rote G12-Rückstände. Dem gehe Ich nun mal nach, vielleicht tropft da ja auch einfach was nach unten und löst getrocknete Rückstände von der alten Bremsflüssigkeit wieder auf...
    Gibt es eine Möglichkeit wie Ich Bremsflüssigkeit von Kühlwasser unterscheiden kann? Riechen konnte Ich leider nichts, blöde Schnupfenzeit! :dry:

    Noch etwas zum Thema Ausrückzylinder:
    Bei der Werkstatt würden sie bei der nächsten Reparatur auch auf einen anderen Hersteller umschwenken, was Ich gerade drin habe konnte Ich mir leider nicht merken. Der Werkstattmeister hat dann noch etwas von "verstärktem Kupplungszylinder" vom Synchro in den Raum geworfen, erstmal nur als Idee, weil ja da scheinbar substanziell etwas nicht stimmt bei meinem Bus. Hat davon schon jemand gehört und Erfahrungen damit?

    Danke für eure Antworten und liebe Grüße!

  • Hallo zusammen!

    Leider ist mein Problem immer noch nicht gelöst, Ich teile hier einmal mit was sich in der vergangenen Zeit Neues ergeben hat. Vielleicht hilft es irgendwann jemandem :dry:


    Das Tropfen aus bzw. am Getriebegehäuse folgt einer gewissen Regel. Wenn Ich den Bus für ca. eine Woche nicht benutze hört das Tropfen auf -> spricht für eine Undichtigkeit nur bei Betätigung.
    Die Kupplung lässt sich weiterhin normal betätigen, auch wenn immer mehr Flüssigkeit raus tropft scheint keine Luft nachzuströmen. Ich habe die Kupplung eine Zeit lang überhaupt nicht entlüftet und bestimmt 0,5 - 1cm Flüssigkeitsveränderung im Ausgleichsbehälter gefunden, ohne dass sich der Druckpunkt der Kupplung verändert hat.

    Nach einem weiteren Besuch bei meiner freundlichen Werkstatt habe Ich drei Dinge geprüft:


    1. Kupplungspedal betätigen und mit einem Holz in gedrückter Position festklemmen -> unter dem Bus an der Entlüftungsschraube vorbei auf den Nehmerzylinder schauen und Flüssigkeitsaustritt beobachten.

    Erkenntnis: Der Zylinder hält den Druck, auch über einen Zeitraum von 15min hinweg, danach habe Ich den Versuch abgebrochen -> Meine Schlussfolgerung daraus: Die Topfmanschette müsste eigentlich Dicht sein. Wenn es hier eine Undichtigkeit geben würde, dann hätte der Druck womöglich schnell abgenommen.


    2. Nach den o.g. 15min Betätigung den Druckpunkt des Kupplungspedales beobachtet. Die Idee dahinter war, dass, ähnlich wie beim manuellen Entlüften bei dem man das Pedal händisch wieder nach oben ziehen muss, das Kupplungspedal bei austretender Flüssigkeit durch die geringere Flüssigkeitsmenge den Geberzylinder nicht mehr ganz auf Aufgangsposition zurück "schiebt" wenn dieser entlastet wird.
    Erkenntnis daraus: Keine Veränderung am Druckpunkt -> Bekräftigt die o.g. Vermutung, dass unter betätigten Pedal (sprich Druck) die Topfmanschette dicht ist!


    3. Freundin ins Auto sitzen lassen und mehrmals die Kupplung betätigen lassen. Dabei ein Auge auf die Bremsflüssigkeit im Ausgleichsbehälter werfen. Wird die Flüssigkeit beim entlasten "unruhig", dann baut sich der Druck nach Betätigung ab,
    Erkenntnis daraus: Pedal wird entlastet -> sichtbarer Rückstrom zum Ausgleichsbehälter -> Entlastungsbohrung am Geberzylinder (am Pedal) müsste funktionieren.


    Meine Vermutung (und die des Werkstattmeisters) derzeit ist, dass irgendetwas verhindert, dass der Druck zwischen Nehmer- und Geberzylinder "zurück auf 0 bar" abgebaut wird und ein gewisser, wenn auch sehr geringer Restdruck an der Topfmanschette des Ausrückzylinders stehen bleibt. Aus meiner Erfahrung im Bereich Maschinenbau kann ich berichten, dass Hydraulik manchmal "dichter" ist wenn viel Druck da ist als wenn wenig Druck anliegt. Wir vermuten, dass der Druck bei betätigter Kupplung groß genug ist damit sich die Topfmanschette am Ausrücker zuverlässig anlegt, aber im unbetätigten Zustand eben nicht 0 ist, sodass solange langsam Flüssigkeit austritt (es tropft ja auch "nur" ein paar Tage) bis sich dieser auf 0 abgebaut hat.

    In der Zwischenzeit habe Ich auf Verdacht einmal den Geberzylinder sowie die Schlauchverbindung von Ausgleichsbehälter bis eben diesem ersetzt, beides war vermutlich noch das Original von 1996.
    Sollte sich das Problem nicht durch magische Vorgänge in den nächsten Tagen lösen werde Ich noch auf Verdacht das Schlauchstück zwischen Entlüftungsventil und Nehmerzylinder, sowie das Entlüftungsventil für den Geberzylinder (Motorraum neben dem Bremskraftverstärker) tauschen. Dann ist alles Neu - bis auf den Nehmerzylinder.

    Für das o.g. Entlüftungsventil für den Geberzylinder (Motorraum neben dem Bremskraftverstärker) suche Ich noch eine Teilenummer bzw. direkt das Ersatzteil. Kann mir da jemand weiterhelfen?

    Ich bin gerne offen für weitere Vorschläge, Korrekturen meiner Schlussfolgerungen und weitere Theorien was an meinem Bus nicht stimmen könnte! Ich bin über jeden Rat dankbar!

  • Hmm stöbern am falschen Teil?
    im Nachbarforum gibt es den thread über die Ventileinheit: die hält etwas Restdruck

    und ein gewisser, wenn auch sehr geringer Restdruck

    .Ist kein "bug" ein notwediges "feature".
    Positiv: das Ventil tut noch was es soll - gibt es derzeit nicht mehr.



    bei dem man das Pedal händisch wieder nach oben ziehen muss,

    Das sollte zu denken geben ... funktioniert die Feder am Pedal richtig? Die zieht es zurück.



    Mal über einen Tausch des Ausrücklager nachgedacht?
    Wird der Bus artgerecht bewegt oder steht der hauptsächlich? Auch dazu gibt es verschiedenen Thesen. Überwiegend treten die Probleme an wenig bewegten T4 mit 02G Getrieben auf. Und beim Einbau des Nehmerzylinders auf die Anleitung achten, sonst kommt gleich der nächste Wechsel.

  • Hallo in die Runde!
    Heute mache Ich meinen abschließenden Bericht, Ich habe letztendlich doch "einfach" den Nehmerzylinder tauschen lassen. Seit knapp 3.500km habe Ich jetzt kein Problem mehr gehabt, Ich hoffe das bleibt so *auf Holz klopf!*

    Nach Ausbau des Nehmerzylinders hatte die Werkstatt nämlich noch festgestellt, dass die von außen am Getriebe aufgeschraubte Ventileinheit (02F.301.363A) zumindest mit den begrenzten, zur Verfügung stehenden mitteln geprüft, einen defekt aufwies. Im Nachbarforum habe Ich dazu folgende Beschreibung gefunden:

    Quote

    Hier paar Infos:

    Geberdruck:

    • Öffnungsdruck < 0,85bar
    • Schliessdruck max 0,35 bar


    Vordruck (Nehmerseite):

    • Öffnungsdruck < 1,85 bar
    • Schliessdruck 1,0...1,5 bar

    Zusatzinfo: Das Teil hat eine Drosselfunktion! Diese Drosselfunktion dürfte dafür da sein, das anfahren beim auskuppeln zu erleichtern und den Rückfluss vom Nehmerzylinder zu drosseln und so "sanfter" einzukuppeln.


    Zu meinem Fehlerbild könnte das passen, weil (hatte Ich hier bisher nicht beschrieben) Ich beim anfahren oft eine Art Ruckeln verspürt habe, dies aber immer auf etwas anderes zurückgeführt hatte. Seit die neue Ventileinheit verbaut ist ist auch das ruckeln verschwunden. Möglicherweise einer der Gründe.. wir werden sehen!

    Für alle, die jetzt schon Hoffnung geschöpft haben und sich gleich eine Ventileinheit zulegen wollen: das Teil ist im Internet quasi nirgends mehr zu finden. Bei VW Classic Parts Ersatzlos gestrichen. Die Suche danach war zeitintensiv und zum Schluss tatsächlich auch recht kostenintensiv für ein "einfaches" Plastikventil. Falls jemand, wie Ich, fast an einem widerkehrend undichten Nehmerzylinder den Verstand verliert, wäre ein Tausch des Ventils mal zu überlegen. Ab und an werden doch mal wieder welche bei eBay Angeboten oder man fährt mal zum Schrottplatz um die Ecke, dort steht ja vielleicht noch ein T4 rum den man ausschlachten kann :cheer:


    Den Thread könnte man damit schließen. Sollte es Neuigkeiten geben teile Ich diese natürlich gerne mit der Community!