Wie verkauft man am besten einen T4 Cali?

  • Servus zusammen, Dir liebe Fridi und Euch allen Frohe Ostern!

    Nach 24 Jahren kommen wir jetzt zum Entschluß, unseren 1997er T4 California Coach ACV, langer Vorderwagen, mit Zillka-Hochdach zu verkaufen. Der Bus steht eigentlich für sein Alter recht gut da: 250tkm insgesamt, immer bei VW gewartet, neuer Motor mit rund 90tkm (gewechselt bei 163tkm und dabei gleich auch noch neue Kupplung und neuer Zuheizer, gerade erst neuer Turbolader, in den letzten Jahren neue Bremsen, neue Dämpfer, neue Frontscheibe; Startbatterie neu, Wohnraumbatterie sehr gut und mit Solarzelle geladen; Umrüstung auf VW Schiebefenster links und rechts, Edelstahlabgasstrang, DPF mit grüner Plakette(!), Anhängerzugvorrichtung, neue Matratzen im Dachbett, und und und und und. Jetzt würden als nächstes tatsächlich mal überschaubare Schweißarbeiten für ca. 1500 Euro anstehen (linke Trägerspitze, an der der Zuheizerauspuff hängt, ist verrrostet, und hinten links müsste mal der Unterbodenschutz aufgemacht werden; da muß evt. ein Verstärkungsblech für die Federbeinaufnahme dran). Die Trägerspitze links hat die VW Teilenummer 701 803 705B. Das Verstärkungsblech hinten findet man so: Reparaturblech T4 Stoßdämpfer Hinten online kaufen | eBay

    Außerdem müsste ich mal irgendwann später ne neue Motorwanne auftreiben (Ergänzung: oder die alte überarbeiten, die alte hat Rost). Gasprüfung müsste im Sommer neu, das ist aber reine Routine; da wird's dann den üblichen 10-jährigen Tausch der Schläuche brauchen, und in (Korrektur) wohl weiteren ca 30.000km laut Wartungsvorgaben sollte man mal über nen Zahnriemenwechsel nachdenken. Brennkammer für die Standheizung ist noch für mehr als 2 Jahre gut. Der Lack ist nach 29 Jahren in entsprechendem Zustand, ich hab vor vielen Jahren aber mal selbst die Radläufe geschliffen und nachlackiert und die sind tatsächlich erstaunlich gut in Schuß. Der Rest ist eher Kleinkram, wie ein kaputtes Rollo in der Dachluke und so was, aber in fünf Jahren werde ich in Rente gehen und bis dahin würden wir uns, nun zu zweit unterwegs, doch gerne mal einen Kastenwagen ausbauen.


    So, jetzt die Frage (sorry für's Ausholen aber Ihr kennt Euch selbst so gut in der Materie aus, daß Ihr Euch so ein gutes Bild machen könnt): Wie verkaufen wir den Cali Eurer Erfahrung nach sinnvollerweise? Habt Ihr irgendeine Vorstellung, was er noch wert sein könnte?


    Wenn ich mir die Calis bei Kleinanzeigen angucke, stehen die teilweise seit Monaten drin, ohne daß sich da was tut. Ich frage mich also, wie sinnvoll es ist, überhaupt noch den Weg über mobile.de etc. zu gehen, oder ob ich gleich einen Aufkäufer anrufe, entweder vom Typ "Isch kauf aller Auto" oder vom Typ "WirkaufenWohnmobileallerartde" oder so ähnlich. Hat natürlich Vorteile, den Bus, an einen Gewerblichen zu verkaufen, auch wenn keinerlei Änderungen am Bus sind, die wir nicht offenlegen könnten und würden. Natürlich könnte ich mir vorstellen, daß der ein oder andere Neuwagenverkäufer den Cali auch in Zahlung nimmt, aber erstens wird der dann auch nur geben, was der Aufkäufer nachher zahlt, und zweitens wissen wir noch gar nicht so genau, was danach kommen soll; entweder ein ausgebautes Neufahrzeug oder ein Kastenwagen mit Innenraum-Standheizung und einer Luftmatratze und dann einem Eigenausbau. Mehr als €45k werden wir nicht ausgeben können. Deshalb möchten wir eigentlich erst mal das Kapitel T4 abschließen und dann den nächsten Schritt machen.


    Lieben Dank für Eure Gedanken. Ich werde diese Frage auch noch im "anderen" Forum posten; der und die ein oder andere von Euch ist ja in beiden Foren unterwegs - hier bin ich jetzt seit 2003, fast so lange, wie ich den Bus habe....


    Beste Grüße

    Chris

  • Moin Chris,

    ein Auto mit fast 30 Lenzen zu verkaufen ist nichts anderes als eines, welches 2 Jahre alt ist. Man braucht nur einen zu finden, der ihn möchte.

    1. Kleinanzeigen kostet nichts, daher treibt sich da auch alles mögliche rum. Da muss man manchmal viel Nerven haben, andererseits kann man aber auch nette Leute treffen. Ist zeitlos, heisst es schauen zumindest viele rein.

    2. Mobile macht für mich immer Sinn. Ist etwas solider kostet ebenfalls nichts, zumindest kann man sich da so durchsteuern. Am Ende bekommst du aucf jeden Fall die Alternative, dass du einen Preis genannt bekommst, um ihm bei einem Aufkäufer vorstellen kannst. Dieser Preis ist für dich schon mal eine erste Orientierung, meiner Erfahrung nach aber eine Untergrenze, die man bei Kleinanzeigen oder auch bei mobile mit etwas Geduld immer überschreiten kann, ausser man setzt diesen Wert als Verkaufspreis an.

    3.Ein Cali ist schon ein etwas begehrteres Objekt, insbesondere Surfer, junge Leute etc. schauen danach.

    Eine solide Beschreibung mit hinreichnd Infos über Historie, Werkstätten, gemachte Reparaturen etc führt zu inem soliden Anbieter, flankiert mit Bildern, die gerade auch die kritischen Stellen des T4 zeigen fördern diesen Eindruck.

    4. Der Frühling/Sommer ist die Zeit, wo man sicher auch einen besseren Preis erzielen kann, als zur Herbst-Winterzeit.

    5. Hebe die positiven Sachen wie ATM oder VW Service heraus und lasse die Sachen weg, die in mittlerer Zukunft kommen werden (z.B. der Zahnriementausch in 10 tkm - das kann man ansprechen, wenn man dazu befragt wird)

    6. Bei der Anzeige dran bleiben. Solltest du einen zu euphorischen Preis angesetzt haben, wirst du das an den Aufrufen und der Anzahl der Parker ablesen können. Dann die Anzeige neu schalten mit einem geringeren Preis. Nicht die Anzeige bestehen lassen und nur den Preis reduzieren. Bei Kleinanzeigen verändert sich sonst nicht das Anzeigedatum und du bleibst weiter hinten. Neue Anzeige heisst immer du bist neu auf der Seite. Das sieht jeder zuerst.

    7. Als erstes eine Anzeige bei Monile erstellen. Die kommt am gleichen oder nächsten Tag sowieso in Kleinanzeigen rein. Dann nach einigen Tage in Kleinanzeigen zum gleichen Preis mit gleichen Fotos und Aussagen dort eine Anzeige schalten.

  • Welcher Preis wäre denn dein Ansatzpunkt?


    Warum nicht einfach ein Kurzgutachten beim TÜV für ca. 200€ machen lassen? Das würde Dir Sicherheit bei einem Aufkäufer geben und wäre Fair gegenüber Käufern, wenn Du ihn als Privatperson verkaufst.

  • 200,-€ finde ich schon nicht wenig Geld, um eine Hausnummer zu erhalten. Im Zweifel nützt dir der Preis auch nur bedingt, weil der Markt entweder mehr oder weniger hergibt.

    Ich habe mal bei Mobile einige Kriterien eingestellt, Bj, Diesel, Modell Laufleistung und komme preislich auf einen Preis von 14-17k. Jüngere werden dann deutlich teuerer (über 20T€). Jetzt schaust du mal, wie du dein Fahrzeug einordnestim Verhältnis zu den anderen, wo du mal als potenzieller Käufer schaust.

    Dann hast du eine erste Indikation. Wie geschrieben, der Sommer kommt und ein Fahrzeug im reisefertigen Zustand wird gern gesucht, wenn es denn solide Voraussetzungen mitbringt.

    Und noch mal: saisonal abhängig differeriert der Preis schon noch mal zusätzlich.

    Ein Beispiel, weil ich nach einen 2019er A4 schaue. Nov/dez für unter 15 zu bekommen, zahlt man bei derzeitigem Kauf eher 16 und mehr

  • Ralle86c

    Moin Ralle,

    ganz ganz herzlichen Dank für diese sorgfältige und gedankenvolle Antwort. Dies gibt mir einiges an Hilfestellung und Orientierung und ich denke wir werden genau so vorgehen. Laut Serviceanleitung hat der ZR-Tausch tatsächlich wohl auch noch 30tkm Zeit. In den nächsten Wochen werden wir den Bus erst einmal aufbereiten, die Servicehistorie zusammenstellen und dann Fotos machen. Dir einen schönen Wochenanfang!

    Beste Grüße

    Chris

  • Welcher Preis wäre denn dein Ansatzpunkt?


    Warum nicht einfach ein Kurzgutachten beim TÜV für ca. 200€ machen lassen? Das würde Dir Sicherheit bei einem Aufkäufer geben und wäre Fair gegenüber Käufern, wenn Du ihn als Privatperson verkaufst.

    Preis - ja, gute Frage. Das was der Markt hergibt. Ich denke nur, daß ich egal was ich an Geld reinstecke, das bestenfalls 1:1 wieder zusätzlich herausbekomme, eher weniger und keinesfalls mehr. Deshalb auch meine Frage nach den Erfahrungen beim Verkauf alter Calis. Man wird bei youtube und Insta überschwemmt von "Vanlife" und Leuten, die alte Busse selbst aufarbeiten, deshalb frage ich mich, ob es diese Szene tatsächlich gibt und ob nicht jemand, der schweißen kann, lieber selbst ein Blech einschweißt als den Mehrpreis eines Karosseriebauers zu zahlen. Wenn ich weiß, daß der Cali nur mit neuem TÜV zu verkaufen ist, kann ich das Geld ja in die Hand nehmen - aber ich will auch nicht nachher feststellen, ich hätte es auch bleiben lassen und mir den Aufwand ersparen können. Deshalb finde ich Ralle86c 's Ansatz prima.


    Nachteil bei diesen Kurzgutachten ist immer, daß man eigentlich nicht mal ne neue TÜV-Plakette bekommt und ich die wegen der Roststelle auch nicht bekäme. Das schiene mir eher relevant, wenn ich den Bus vorher komplett über die HU bringen wollen würde. Ein gewerblicher Aufkäufer macht sich wohl eher selber ein Bild, nicht?

  • Ralle86c

    ... Laut Serviceanleitung hat der ZR-Tausch tatsächlich wohl auch noch 30tkm Zeit. ...

    uuppss, davon würde ich jetzt nicht unbedingt ausgehen.


    Damals, in der "guten alten (gelben) Zeit" hatten wir uns darauf geeinigt, von den in der Serviceanleitung genannten 120T freiwillig vorsorglich auf 90T herunter zu gehen, zumal damals ja die Wasserpumpe die Schwachstelle war. Meine hat dann sogar bei 75T das Wasser geworfen ...

    Gut, die WaPu sollte mittlerweile flächendeckend durch das verbesserte Nachfolgemodell ersetzt sein, und neuere VW wie mein '18er Caddy4 haben ZR-Wechselintervalle bei 210T.


    Aber trotzdem würde ich mich bei jetzt 90T Laufleistung nicht auf weitere 2,5 Jahre Lebenserwartung des ZR verlassen wollen - vorausgesetzt die durchschnittlich 10T p.a. sind geblieben. Denn irgendwo steht auch, daß der ZR nicht mehr als 7 Jahre alt werden sollte ...

    Warum hat der alte Motor bei 163T sein Leben ausgehaucht?

    Gruß
    MiKo
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    Caravelle 11/98 AHY+, 550940 km;
    (17.06.1999 bis 01.03.2018 - 6833 Tage)

    mittlerweile 96 Monate "auf Entzug" - der Caddy ist seit 235Tkm eine brauchbare "Ersatzdroge"

  • kleiner Nachtrag auch aufgrund des Posts von miko.

    Alles Geld, welches ich noch reinstecke, um ihn zu verkaufen, unter der Voraussetzung, dass ich ihn nicht weiter fahren möchte, würde ich nicht investieren bzw. nur das aktuell notwendige.

    TüV-Anlauf würde ich schon machen wollen, dann hast du auch eine Info, was für weitere zwei Jahre unter aktueller Prämisse zu tun ist, kannst dies dem potenziellen Käufer dokumentiert darlegen. Ob man es dann macht, oder im Preis berücksichtigen möchte, würde ich a. von der Dingen, die zu erledigen wären und b. auch davon abhängig machen, ob ich ihn vllt weiter fahren muss. Ich habe leider nicht im Kopf, wann deiner jetzt zum TüV muss, aber wenn es noch mehr als ein Jahr ist, dann eher gar keinen neuen TüV machen lassen. Bei weniger als 3 Monaten aber auf jeden Fall.

    Zahnriemen würde ich auch nicht tauschen, wenn ich ihn nicht mehr fahre bzw. nicht mehr viel fahre oder nur noch kurzfristig. Ausser er ist schon überfällig

    An einem fast 30 Jahre altem Auto ist immer etwas dran!

    Jeder entscheidet selbst, ob er es machen lässt, es selbst macht oder so lässt.

    Das wird dir schon jeder Käufer reflektieren, was ihn stört und wie er es bei deinem inserierten Wunschpreis reduziert einpreisen möchte. Du musst nur wissen, was dich ein ZR-Wechsel mit Wasserpumpe in der Werkstatt und nur an Teilen kostet. Da gilt es, sich nur auf so ein Gespräch vorzubereiten.

    Jeder will auch gern handeln und wird es tun, je nach dem, mit wem du es zu tun hast.

    Ansonsten das, was du schon geschrieben hast, dir alles zusammen zu suchen und eine vernünftige Doku ist doch schon klasse. Ebenso ein sauberes, ehrliches Auto mit vernünftigen Fotos von allem Wichtigem, also nicht nur innen, außßen rundherum, sondern speziell Schweller, Einstige Radläufe und weitere übliche Schwachstellen des T4 (Scheibenrahmen z.B. hinten unter der Stßstange/Reserveradmulde usw)

  • Hallo,

    Du scheinst ein sehr ehrlicher und offener Mensch zu sein, der sein Auto sehr gut kennt. Gib den bloß nicht zu billig her!

    Viel Glück beim Verkauf!

    Grüße

    • • ->2017 : T4 ABL - 1.9 TD MV Westfalia MJ: '93
    • • 2017-> : T4 AAB - 2.4 D MV Westfalia MJ: '93
  • Hej Chris,


    eventuell sollten wir noch mal zu einem unserer damaligen kleinen Treffen im "Alten Hammer" einladen.


    TobiasABL hat ja auch schon Jahre seinen T4 nicht mehr ( ich sehe ihn aber regelmässig) und RalphCC (1) macht sich auch hier sehr rar.


    Wer war da noch dabei?

    Oder waren es mehr oder weniger wir vier und in wechselnden Zusammensetzungen?

    alla dann - Fridi 1.9D(1X) 12/91 LR, LKW (03/1994 bis 07/2010) von 20 500 bis 610 000 2.5D(ACV-ABT)05/00 LR, PKW, Syncro (seit 10/2009) von 238 000 bis jetzt 655 000 Verbrauch zur Zeit: 7,6 l / 100 km :) insgesamt 1 103 000 km auf T4 8)