Warum keine OSB-Platten für den Boden statt Multiplex?

  • Hi, ich war grad im Baumarkt. Die haben mir zu einer OSB-Platte für den Boden geraten. Der TÜV macht auch keinen Stress, solange keine Möbel ausschließlich an der Bodenplatte festgeschraubt sind. Warum also nicht die billigere Variante? OSB kostet 4 Euro, eine wasserfest verleimte Sperrholzplatte à 1,2mm kostet mind. 20 Euro pro qm.
    Was meint ihr?
    Danke und Gruß Tilman

  • >Hi, ich war grad im Baumarkt. Die haben mir zu einer OSB-Platte für den Boden geraten. Der TÜV macht auch keinen Stress, solange keine Möbel ausschließlich an der Bodenplatte festgeschraubt sind. Warum also nicht die billigere Variante? OSB kostet 4 Euro, eine wasserfest verleimte Sperrholzplatte à 1,2mm kostet mind. 20 Euro pro qm.
    >Was meint ihr?
    >Danke und Gruß Tilman


    Hallo Tilman,


    es ist eine Frage des Gewichts, und da ist OSB soweit ich weiß eher schwer. Und feucht darf es natürlich auch nicht werden, erwarte starke Quellung + Auflösungserscheinungen. Bei mir ist Pappel-Tischlerplatte drin, war so ein Kompromiß aus Stabilität, preiswert + Gewicht.
    Klar, das sollte auch nicht naß werden...


    gruss alex

  • Moin,


    jetzt mal der Fachmann.
    OSB ist Feuchteressistent, jedoch nicht Nässeressistent. (Aber welche Platte ist das schon). Multiplex ist viel zu schwer und zu teuer, wird gerne im Möbelbereich verwendet, da die Lamellen gegen/mit der diffusion arbeiten und somit eine Einwandfreie und optisch schöne Oberfläche ergibt.


    Ich bin also der Meinung, das Du ohne Probleme eine OSB-Platte verwenden kannst und da auch Schränke etc. befestigen darfst.


    Gruß
    Florian



    >Hi, ich war grad im Baumarkt. Die haben mir zu einer OSB-Platte für den Boden geraten. Der TÜV macht auch keinen Stress, solange keine Möbel ausschließlich an der Bodenplatte festgeschraubt sind. Warum also nicht die billigere Variante? OSB kostet 4 Euro, eine wasserfest verleimte Sperrholzplatte à 1,2mm kostet mind. 20 Euro pro qm.
    >Was meint ihr?
    >Danke und Gruß Tilman

  • Hallo Tilman,


    Multiplex ist ein Handelsname für eine Furniersperrholzplatte mit mehreren kreuzweise verleimten Furnierlagen.(Schönen Gruß an den Fachmann, die PLatte mit den "Lamellen" ist ein Stab- oder Stäbchenplatte auch Tischlerplatte genannt;-)) Die Oberfläche ist glatt und die Platte ist, vorausgesetzt sie ist AW100 verleimt, wasserfest, d.h. sie dehnt sich nicht beim Nasswerden aus; wird höchstens ein bißchen rauh auf der Oberfläche. Schrauben halten in der Multiplexplatte bedeutend besser als in OSB. Außerdem ist die OSB-PLatte nicht so glatt wie die Multiplex, besonders wenn sie feucht wird. Die Multiplexplatte gibt es auch noch mit besondere Beschichtung (Siebdruckplatte oder Schalplatte), dann ist die Oberfläche besonders abriebfest und wasserdicht; Werkstatt- und Montagewagen haben diesen Boden oft eingebaut. Legst Du aber über das ganze sowieso noch einen Teppich, kannst Du auch OSB nehmen. Ich rate Dir vor dem Einbau die Kanten mit farblosem Lack gegen Feuchtigekeit zu schützen.


    Viel Spaß beim Zuschnitt und Einbau


    Lutz

  • Ich beshcäftige mich auch gerade mit diesem Thema.


    Habe bereits eine Siebdruckplatte 9 mm und Waserfest verleimte Sperrholzplatte
    15 mm in der Garage von einem netten Nachbarn (Holzwurm).


    Ihr redet hier von Gewichtersparnis, das habe ich mit meinem Nachbar eben
    auch beredet.


    Kann jemand mal genau sagen, was 1 qm von den Platten wiegt, zum Vergleich?


    Mein Nachbar meint, es liegt wirklich nur im kg-Bereich und das auf die Menge
    gesehen, die ich tatsächlich brauche, wird das vielleicht einen Bierträger
    ausmachen.


    Ich dachte auch erst, dass hier von 40 - 50 Prozent Gewichtersparnis die
    Rede ist und das eine Menge Kilogramms ausmacht. Aber bei einem Träger Bier?


    Grüße Charly

  • Hallo Charly,


    die Tischlerplatte ist meist in der Mittellage aus Nadelholz( ca. 470kg/m³) aufgebaut. Da die Holzstäbe relativ breit sind ist der Leimanteil gering im Verhältnis zu einer Furniersperrholzplatte.


    Die im Handel als Multiplex bekannte Furniersperrholzplatte ist in der Regel aus vielen dünnen Lagen Birkenfurnier(ca. 650 kg/m³) aufgebaut und hat durch die dünnen Lagen einen sehr viel größeren Leimanteil.


    Die 19mm Tischlerplatte hat ca. 7 kg/m² und die 9mm Siebdruckplatte ca. 7,5 kg/m².


    Die normale Furnierplatte (15mm dick, Furnierlagen dicker als bei Multiplex und meist aus leichteren Hölzern als Birke, nämlich Pappel mit ca. 600kg/m³ oder Gabun mit ca. 440kg/m³) hat ca. 7,2 kg/m².


    Der Unterschied im Gewicht ist also nicht allzu groß. Wobei die Pappel ein sehr weiches Holz ist, also Schrauben nicht besonders gut halten.


    Der Vorteil der Siebdruckplatten liegt auch im saubereren Zuschneiden (Kanten reißen nicht aus).


    Also viel Spaß bei der Entscheidung.


    Gruß
    Lutz

  • Hallo miteinander,


    ich stehe auch gerade vor der Entscheidung, welche Bodenplatte ich verwende. Hierzu moechte ich kurz erwaehnen, dass ich ein Motorboot restauriere und dort schon sehr negative Erfahrungen mit OSB-Platten sammeln durfte. Gegen ein wenig Feuchtigkeit haben diese Platten nichts, aber bei anhaltender Naesse (denkt z.B. mal an Eure Winterschuhe, und welche Pfützen Ihr regelmaessig auf den Gummimatten habt) quellen diese sehr stark auf und verziehen sich. Im uebrigen halten Schrauben nicht besonders gut.
    Ferner habe ich festgestellt, das sich einzellne Plätchen abloesen und dann wie Speerspitzen nach oben stehen und man sich ganz gut dran spiessen kann...


    Ich habe damals dann SIebdruckplatten mit der "Siebbeschichtung" genommen. Diese ist wirklich wasserfest, rutschfest und Schrauben haben einen wunderbaren halt dort drin, und reissen auch nicht nach mehrmaligem ein/ausschrauben aus...


    MFg


    Dirk

  • >Hallo miteinander,
    >ich stehe auch gerade vor der Entscheidung, welche Bodenplatte ich verwende. Hierzu moechte ich kurz erwaehnen, dass ich ein Motorboot restauriere und dort schon sehr negative Erfahrungen mit OSB-Platten sammeln durfte. Gegen ein wenig Feuchtigkeit haben diese Platten nichts, aber bei anhaltender Naesse (denkt z.B. mal an Eure Winterschuhe, und welche Pfützen Ihr regelmaessig auf den Gummimatten habt) quellen diese sehr stark auf und verziehen sich. Im uebrigen halten Schrauben nicht besonders gut.
    >Ferner habe ich festgestellt, das sich einzellne Plätchen abloesen und dann wie Speerspitzen nach oben stehen und man sich ganz gut dran spiessen kann...
    >Ich habe damals dann SIebdruckplatten mit der "Siebbeschichtung" genommen. Diese ist wirklich wasserfest, rutschfest und Schrauben haben einen wunderbaren halt dort drin, und reissen auch nicht nach mehrmaligem ein/ausschrauben aus...
    >MFg
    >Dirk



    Hallo Dirk,


    Du hast vollkommen Recht. Für mich persönlich kam OSB auch nicht in Frage. Allerdings glaube ich nicht, dass jemand diese Platten im Wohnmobil ohne wasserdichte Auflage verbauen würde, höchstens für ein Nutzfahrzeug. Und da wird sich so eine Platte garantiert rasch zerbröseln. Aber auch mit Linoleum oder so wird sicher mal ein Pfützchen irgendwo entstehen, sei es durch Kondensation oder sonstwie.
    Zu Siebdruckplatten: Mein erstes VW-Ausbaubuch empfahl auch Siebdruckplatten. Aber bei den Preisen war mir damals schon die Kinnlade runtergefallen. Diesmal habe ich mich wieder gegen SD-Platten entschieden, erstens wegen des unverschämten Preises, dann wegen des Gewichts, und hauptsächlich auch wegen der Aussage eines Profiausbauers, dass aus diesen Platten ungute Ausdünstungen ausgehen. Zudem benötige ich die enorme Festigkeit da überhaupt nicht, wenn man die Möbel anders gut verankert.



    Es gibt irgendwo eine webseite eines Landrover-Ausrüsters, wo man so ziemlich alles über Holz im Fahrzeugbau nachlesen kann, da muß man mal eine Suchmaschine anwerfen. vielleicht finde ich sie gleich noch...


    gruss alex

  • Moin, habe für den Boden Laminat genommen, siehe Titelbild. Einbau Sommer 2019. Und für den Möbelbau die OSB-Platten mit 12mm. Waren für mich erschwinglicher als die Pappelplatten in dieser Dicke. Die OSB konnte ich damit leicht an den Laminatboden schrauben. Darunter, also unter dem Laminat, habe ich eine Boden-Wabenplatte mit 2,5cm Dicke aus Kunststoff, so dass die Schrauberei nicht im Karosserieboden endet. Sieht man am Heckbild sehr gut.

    Die komplette Bodenverschraubung der Möbel und Platten und deren Fixierung, hab ich durch die Sitzbanklöcher gelöst. War etwas Frickelarbeit, die Löcher zu finden, aber es hat funktioniert. vwbuswelt.de/wcf/index.php?attachment/7914/vwbuswelt.de/wcf/index.php?attachment/7915/Gruß aus Osnabrück.