Einstellung Förderbeginn unmöglich, Feingewinde im Zylinderkopf zerbröselt

  • Letzte Tage sprang mein Cali schlecht an. Ich habe dann den Förderbeginn dynamisch geprüft. Die Anzeige schwankte stark und lag im Mittel um 35. Bei der versuchten Korrektur konnte ich dann die Feststellschraube der Umlenkrolle nicht fixieren. Der Stehbolzen wurde beim ganz leichten Festdrehen aus dem Zylinderkopf "gezogen". Das Feingewinde im Alukopf ist tlw. zerbröselt


    Ich habe dann das Feingewinde des Stehbolzens mit dem Sicherungslack Loctite 270 bestrichen und wieder eingeschraubt, einen Tag trocknen lassen und dann die Umlenkrolle aufgesetzt, eingestellt und "festgedreht". Wie ich befürchtet habe, hat das nichts gebracht?


    Ich weiß, die große Lösung ist Zylinderkopf ab, größeres Gewinde einschneiden, neuen (zylinderkopfseitig dickeren) Stehbolzen anfertigen (oder gibt es sowas für solche Fälle vorgefertigt?, muss ich unbedingt Feingewinde nehmen?), Einbau Zylinderkopf und dann die komplette Prozedur mit statischer und dynamischer Einstellung der Einspritzpumpe.


    Und gerade jetzt wird das Wetter wohl dauerhaft schlechter...........


    Ob man die Gewindeschneideprozedur wohl auch bei eingebautem Zylinderkopf hinkriegt? Ist ja ziemlich weich, das Aluminium!


    Bei diesem Wetter habe ich immerhin Hoffnung, dass jetzt einige Spezialisten vor dem Rechner sitzen und mir Tipps geben können!


    ...ohne diese Forum hätte ich mich wohl schon lange von meinem Cali getrennt!


    Gruß


    Franzrichard

    California Exclusive Bj. 1996 ACV 319tkm

  • Tach!
    Die große Lösung ist mitnichten größeres Gewinde schneiden usw. Die normale Lösung ist die Reparatur des Gewindes mit HeliCoil oder Ensat-Buchse. Wenn ordentlich gemacht, ist das GEwinde hinterher stabiler als vorher. Einziges Problem bleibt das rankommen. Danach stino Stehbolzen beim Freundlichen organisiert und eingebaut.


    HTH
    Mathias

    Wenn ich die See seh' brauch' ich kein Meer mehr...

  • Tach!
    Die große Lösung ist mitnichten größeres Gewinde schneiden usw. Die normale Lösung ist die Reparatur des Gewindes mit HeliCoil oder Ensat-Buchse. Wenn ordentlich gemacht, ist das Gewinde hinterher stabiler als vorher. Einziges Problem bleibt das rankommen. Danach stino Stehbolzen beim Freundlichen organisiert und eingebaut.


    HTH
    Mathias

    Wenn ich die See seh' brauch' ich kein Meer mehr...

    Edited once, last by Bass-Mate ().

  • Nein, der Stehbolzen zieht sich aus dem Zylinderkopf, wenn die Mutter auf die Umlenkrolle geschraubt wird. Derzeit also wieder draußen!


    Franzrichard

    California Exclusive Bj. 1996 ACV 319tkm

  • Was ist "stino Stehbolzen"? Meinst du den orignal vorhandenen Stehbolzen mit der leichten Verdickung in der Mitte?


    Franzrichard


    Tach!
    Die große Lösung ist mitnichten größeres Gewinde schneiden usw. Die normale Lösung ist die Reparatur des Gewindes mit HeliCoil oder Ensat-Buchse. Wenn ordentlich gemacht, ist das Gewinde hinterher stabiler als vorher. Einziges Problem bleibt das rankommen. Danach stino Stehbolzen beim Freundlichen organisiert und eingebaut.


    HTH
    Mathias

    California Exclusive Bj. 1996 ACV 319tkm

  • Hallo die Runde!
    Ich empfehle Dir den Reparatursatz von baercoili.
    Gibts bei E-Bay sehr günstig. Gib Gewindereparatur ein, und schon an dritter Stelle hast Du den Reparatursatz inclusive aller notwendiger Werkzeuge.
    Zum Halt nach der Reparatur kann ich soviel sagen, daß wir damit Glühkerzengewinde bei einem BMW TD repariert haben, und der kam bis heute nicht wieder. War Anfang des Jahres.
    Ach so! Er kam mal wieder, zur Wartung, aber nicht wegen der Glühkerzen.
    Gruß, Otto1992!

  • Hast Du einen Messschieber / Schieblehre ?
    Kannst Du den derzeitigen Durchmesser der Bohrung ermitteln ?


    Derzeit ist die Bohrung 9,5 mm, d.h. 9,5er Bohrer ließ sich reindrücken.


    Franzrichard

    California Exclusive Bj. 1996 ACV 319tkm

  • Derzeit ist die Bohrung 9,5 mm, d.h. 9,5er Bohrer ließ sich reindrücken.


    Franzrichard


    Wenn ich es noch richtig weiß, der Stehbolzen für die Umlenkrolle müsste ein M8 Außengewinde haben ?
    Dann muss das neue Kernloch, bei Verwendung einer Gewindereparaturbuchse M8 auf M12x1,5, einen Durchmesser von 10,5mm haben.
    Die Reparaturbuchse ist selbstschneidend, das sollte gut klappen - auch bei engem Montageraum.
    Aber das Aufbohren - kommst Du an eine Winkelbohrmaschine / Winkelakkuschrauber ran ?

  • Nein, der Stehbolzen hat M10, im Alu 1,0mm Feingewinde, außen 1,5mm!!! Ich dachte, am einfachsten wäre es mit einem M11/1,0 Gewindebohrer nachzuschneiden. M11/1,0 Gewindebohrer gibt es reichlich, aber ich habe bislang nirgenwo M11/1,0, ja nicht mal M11/1,5er Gewindestangen gefunden!!!


    Die Durchführung der Umlenkrolle müsste dann natürlich auch aufgebohrt werden.


    Ja, ich denke eine Winkelbohrmaschine könnte ich ausleihen.



    Franzrichard

    California Exclusive Bj. 1996 ACV 319tkm

    Edited once, last by Franzrichard ().


  • Meine Vorgehensweise wäre:
    Die Bohrung im Zylinderkopf aufbohren - von 9,5 auf 10,5 - das sollte gut klappen.
    Die selbstschneidende Reparaturbuchse eindrehen - auch das sollte auch gut funktionieren.
    Dann einer langen 8.8er M10 - Schraube den Kopf absägen und auf die passende Länge einen Absatz abdrehen und M8 aufschneiden.
    Dann hast Du einen Gewindestift mit M8 Regelgewinde in die Reparaturbuchse / Zylinderkopf und M10 Regelgewinde für die Umlenkrolle.
    (Eigentlich analog dem Originalteil, nur mit M8 statt M10 fein).
    Dann passt auch die Umlenkrolle im Original wieder.


    Der Übergang von M8 auf M10 darf nicht scharfkantig (90°) sein, sondern sollte konisch sein - Kerbwirkung !
    Das macht Dir aber ein guter Dreher sowieso passend.
    Dann im Gegenzug natürlich die Bohrung im Zylinderkopf leicht ansenken.

  • Ja, dann mal wieder ein großes (vorläufiges) DANKE !!!


    Ich habe mir den neuen Stehbolyen nach deiner empfohlenen Vorgehensweise eben angefertigt. Danach ist mir aber noch folgende Idee gekommen:
    Wenn ich die Öffnung im Zylinderkopf schon durch die selbstschneidende Reparaturbuchse auf M12 aufweiten muss, was spricht dagegen, wenn ich stattdessen mit einem normalen Gewindeschneider auf M12 komme und dann einer langen 8.8er M12 - Schraube den Kopf absäge und auf die passende Länge einen Absatz abdrehe und M10 aufschneide?


    Dann habe ich im Z-Kopf M12 normal statt M10 fein und außen M10 normal wie vorher!


    Franzrichard

    California Exclusive Bj. 1996 ACV 319tkm

  • Hallo Franzrichard,
    stino hattest Du ja schon herausgefunden, ich möchte aber doch noch mal darauf dringen, sich irnkwo eine Winkelbohrmaschine und das Einbauwerkzeug von HeliColi oder ReCoil oder BaerCoil... auszuleihen (mein Dorfschrauber hat so etwas). Mit den üblichen Vorbereitungen ist das ganze in 'ner halben Stunde vom Tisch.


    HTH
    Mathias

    Wenn ich die See seh' brauch' ich kein Meer mehr...

  • Also ich habe festgestellt, dass selbst für eine Winkelbohrmaschine nicht genug Platz ist, ohne dass da Schläuche und ein Rohr noch abgebaut werden müssten.


    Ich habe stattdessen einen Gewindeschneider M11 1,5 geordert, dazu zwei Zylinderkopfschrauben (1 zur Reserve) von einem Audi, die ein M11 1.5 Gewinde aufweisen.


    Aus der Zylinderkopfschraube wird eine 54mm lange "Gewindestange", der neue Stehbolzen gefertigt, die original M10-Mutter und eine weitere zu M11 aufgeweitet, beide auf den Stehbolzen geschraubt und gekontert.


    Dann wird die 9,5 mm große Aufnahme im Zylinderkopf mit dem Gewindeschneider auf M11 gebracht. Der neue Stehbolzen und das neue Innengewinde wird mit Loctite 270 eingeschmiert und eingedreht. Nach 24 Stunden Aushärtezeit werden die Muttern entkontert und die Umlenkrolle, deren Öffnung auf das M11 Gewinde erweitert wurde, aufgesetzt. Die M11 Mutter bekommt eine passende Unterlegscheibe. Müsste alles machbar sein.


    Wenn das nicht funktionieren sollte, muss halt doch zu härteren Maßnahmen gegriffen werden.


    Nochmal Danke für die Tipps!!!


    Franzrichard

    California Exclusive Bj. 1996 ACV 319tkm

  • ... das heißt aber doch, dass Du auch die Bohrung der Spannrolle aufbohren musst (wie Du schon selbst schriebst), oder ? Davon wurde Dir ja schon abgeraten.


    Kannst Du nicht die so entsehende M11 auf der "Außenseite" mit M10 Gewinde versehen, wie von Klaus-TDI vorgeschlagen?


    lg
    eichhofener

    1999 - ACV - 100kW - MV I - Chip + DPF + GRÜN

    Edited once, last by eichhofener ().

  • Ja, da hast du natürlich Recht!!! So spare ich mir, bei Misserfolg, den Kauf einer neuen Spannrolle. Danke!


    Franzrichard

    California Exclusive Bj. 1996 ACV 319tkm

  • das grösste Problem sehe ich in der Erweiterung des Loches der Umlenkrolle.


    Sollte das nur ein ganz klein wenig ausserhalb des Mittelpunktes liegen wirst du enorme Fliehkräfte auslösen und Unwuchten die dir deinen neuen Stehbolzen in kürzester Zeit um die Ohren fliegen lassen.



    Das andere ist der Zylinderkopf.


    Ich denke die professionellen EInsätze von denen Klaus TDI gesprochen hat gibt es nicht umsonst.


    Was ist, wenn du beim arbeiten mit dem Gewinderweiterer Spannungen auf den Alukopf gibst die sich später irgendwo (anders) lösen?
    So könnten Risse im Kopf entstehen.


    Ich weiss wovon ich spreche.
    Ich habe mal an einem meiner Saab 99 eine Ölleitung zum Getriebeölkühler (Automatikgetriebe) ein ganz klein wenig zu fest angezogen.
    Einfach mit der Hand aber ohne Drehmomentschlüssel und schon hatte ich nen Riss in der Gehäusewand oberhalb der Schraube.
    Gut, ich hab das dann einfach mit nem aushärtenden Dichtmittel (Kaltmetall oder sowas) eingeschraubt und auch aussen noch ein paar Schichten draufgepappt.
    Aber da war auch keine Kraft drauf, das Öl floss ja nur durch den Schlauch durch.
    Irgendwas bewegliches hätte da nicht gehalten.

    alla dann - Fridi 1.9D(1X) 12/91 LR, LKW (03/1994 bis 07/2010) von 20 500 bis 610 000 2.5D(ACV-ABT)05/00 LR, PKW, Syncro (seit 10/2009) von 238 000 bis jetzt 541000 Verbrauch zur Zeit: 6,7 l / 100 km :)

  • Also die Umlenkrollenerweiterg ist ja jetzt vom Tisch. Aber selbst wenn ich ein total neues Loch, also an anderer Stelle, in die Umlenkrolle bohren würde, würden dadurch keine Fliehkräfte ausgelöst, denn die Umlenkrolle rotiert doch nicht um den Stehbolzen, sie wird nur daran fixiert. Es dreht sich doch nur der äußere Ring.


    Zum Zylinderkopf: Warum treten beim EIndrehen mit dem Handgewindeschneider stärkere Kräfte auf als beim Eindrehen des Reparaturgewindes? Ich habe heute einen Test an einem Alumiumklotz gemacht, habe vorgebohrt mit 10mm und dann ein M12 Gewinde reingeschnitten. Ging problemlos und leicht rein. Am Zylinderkopf weite ich doch nur ein Loch von etwas mehr als 9,5mm mit einem M11 Schneidgewinde auf!


    Franzrichard

    California Exclusive Bj. 1996 ACV 319tkm