Problem in der Elektrik vom Vorbesitzer finden und beheben?!

  • Hi, ich hab letzten Mai einen älteren T4 gekauft welcher bereits vom Vorbesitzer zum Camper umgebaut wurde.


    Auf meinem ersten größeren Urlaub (Wien -> Dänemark) hatte ich auf den schlechten Straßen von Berlin ein Schlagloch übersehen, dabei haben sich wohl Kabel gelöst. Ein Stromkreis hat sich komplett verabschiedet so dass ich keine Geräte mehr laden konnte und auch kein Licht mehr hatte. Ich bin kompletter Anfänger was Elektronik angeht, trotzdem hab ich versucht herauszufinden woran es liegt - dabei bin ich relativ schnell an meine Grenzen gestoßen.

    Der Vorbesitzer hat immer die gleichen Kabelfarben verwendet und auch sonst nichts beschriftet, es sind sehr viele Kabel enden plötzlich und sind auch nicht weiter isoliert, andere Kabel sind in größere Kabel zusammengefasst.... und allgemein sind alle Kabel immer doppelt so lang wie nötig so dass ich unterm Beifahrersitz einen riesigen Kabelsalat habe der es unmöglich macht die Kabel zu verfolgen || Auf gut Deutsch - da steht groß Bahnhof auf meiner Stirn.


    Habt ihr einen Vorschlag wie ich das Problem angehen kann? Gibt's Dienstleister für sowas? Es ist einfach beschissen wenn man sich nicht auskennt... normal würd ich einfach rumprobieren aber irgendwie hab ich respekt davor, schließlich will ich nicht den Wagen abfackeln oder noch mehr kaputt machen.

    Den Vorbesitzer zu kontaktieren ist leider keine Option mehr da dieser Verstorben ist.


    (ich glaub der Thread wäre im Reperaturen-Bereich passender - kann gerne verschoben werden.)

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    Gibt's Dienstleister für sowas?

    Ja, aber das würde unbezahlbar werden (Boschdienst)


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    Ein Stromkreis hat sich komplett verabschiedet so dass ich keine Geräte mehr laden konnte

    Was meinst du damit ? Welche Geräte laden ? Welcher Stromkreis ?


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    und auch kein Licht mehr hatte

    Welches Licht ? Standlicht / Fernlicht / Abblendlicht, oder meinst du die Innenbeleuchtung ?


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    es sind sehr viele Kabel enden plötzlich und sind auch nicht weiter isoliert, andere Kabel sind in größere Kabel zusammengefasst.

    Stell mal ein Foto davon hier ein.


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    und allgemein sind alle Kabel immer doppelt so lang wie nötig

    Das ist nicht schlecht, besser zu lang als zu kurz

    Gruss...Dieter 2CB T82 2011 CAYD - LZY

    VW hat mich betrogen.

    Ich bin lernfähig und meide den Konzern auf immer.

    Edited 2 times, last by transarena ().

  • Es gibt dafür sicherlich auch in deiner Gegend Spezialisten, die sich der Sache annehmen. Zum Stundenpreis von rund 100,- machen die das bei uns.

    Du kannst methodisch vorgehen und erstmal suchen, wo genau der Strom herkommt. An der ZE erkennt man ganz einfach, was original und was dazugestöpselt wurde, wenn eh nur eine Farbe benutzt wurde. An der Batterie auch.

    Ab dort den ganzen neuen Kram wieder entfernen. Dann deine nicht mehr funktionierenden Verbraucher von neuem verkabeln. Das dürfte der schnellste Weg sein, vor allem, wenn an den verbauten Kabeln nicht richtig isoliert wurde ist es auch der sicherste

  • Moin,


    das klingt nach "alles weg und neu" - aber mit Methode.


    a) Inventur: was ist drin, was funtioniert jetzt

    b) an der Batterie die nicht-originalen Kabel einzeln entfernen und dabei dokumentieren, welches der Zusatzgeräte nicht mehr funktioniert.

    c) genauso an der Zentralelektrik (links unterhalb des Lenkrads) vorgehen.

    Die Kabel der Vollstädnigkeit halber verbraucherseitig angeschlossen lassen, erleichtert den bedarfsweisen Rückbau.


    So erhältst du einen Stromlaufplan für die Einbauten.


    d) alle an den Stromquellen gelösten Kabel zurück ziehen.


    So erhältst du eine Übersicht, welche Verlegewege möglich sind. Vielleicht nicht alle sinnvoll, aber ...

    Eventuell sind "unterwegs" noch Schalter und/oder Sicherungen eingebaut, diese ebenso dokumentieren.


    e) für jeden Verbraucher untersuchen, ob seine Funktion unmittelbar erforderlich/erwünscht ist (also direkter Anschluß an die Batterie) oder ob er von anderen Funktionen abhängig ist (dazu gehört "Motor läuft" oder "Tür auf" genauso wie "muß dediziert eingeschaltet werden").


    f) beim Neuverlegen der Leitungen ein paar Grundregeln beachten

    • Sicherungen so dicht wie möglich an die Stromquelle
    • Drahtquerschnitte ausreichend dimensionieren
    • Kabel locker verlegen, an Durchführungen und Kanten gut isolieren und gegen Beschädigungen schützen
    • bei Steckverbindungen kommt der Strom aus dem "Weibchen" (Buchse) und fließt ins "Männchen" (Stecker) - so werden Kurzschlüsse vermieden, wenn die Verbindung sich löst
    • allgemeine Standards für Kabelfarben beachten (auf jeden Fall Masse, Zündungsplus, Dauerplus - schon um die eigene Übersicht zu behalten); _keine_ Farbwechsel unterwegs ...!
    • Dokumentation!! - du weißt vermutlich in 2 Jahren nicht mehr, was genau du heute gemacht hast ...


    Viel Erfolg!

    Gruß
    MiKo
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    Caravelle 11/98 AHY+, 550940 km;
    (17.06.1999 bis 01.03.2018 - 6833 Tage)

  • Es wäre auch fürs Erste sinnvoll sich ein Messgerät anzuschaffen. Wenn du auf den von MiKo beschriebenen sauberen Weg keine Lust hast, könntest du zunächst mal die Anschlüsse messen und die Kabel mit Isolierband markieren.

    Meist ist die Spannung 12 V im Auto. um sich einen ersten Überblick zu verschaffen gibt es günstig bei jedem Auto- oder Baumarkt Handel eine einfache Messspitz.


    Hier ein Beispiel:

    https://www.amazon.de/Spannung…lampe-Strom/dp/B0059034RC


    So lässt sich ein Anfang machen. Alles weitere hat miko beschrieben.

    LG

    ford_erde