Von Ford Transit auf T4 umsteigen?

  • Hallo,


    vor 2 Jahren habe ich mir meine erste größere Karre zugelegt: Einen Ford Transit, Erstzulassung 2003, Diesel mit Innenausbau. Hatte damit über Corona einige tolle Ausflüge gemacht.

    Nun bekommt er leider keinen TÜV, da es eine Mängelliste gibt, wobei Rost das größte Problem ist.

    Meine Werkstatt sagt, dass man das zwar für ca 2000 machen kann, aber sich das nicht lohnt. Mir wurde empfohlen ihn zu verkaufen und nicht mehr darin zu investieren.


    Nun hab ich die Möglichkeit einen T4 zu bekommen, der auch schon ausgebaut ist. Ist 30 Jahre alt, hat 237.000 km auf dem Buckel, ist ein Benziner und hat gerade frisch TÜV bekommen.


    Mir haben mehrere Leute gesagt, dass ich den Transit los werden soll, da der sehr Rostanfällig ist und nicht zu empfehlen ist, wenn man selbst nicht schweißen kann.


    Mit T4 kenne ich mich nicht aus. Könnt ihr mir sagen ob die Angaben die ich hier rein geschrieben habe, okay sind? Gerade im Hinblick auf den km-Stand. Wobei nach ersten Recherchen hier im Forum das nicht so viel zu sein scheint.


    Bin sehr dankbar für den Austausch!


    Liebe Grüße

    xoha

  • Moin,


    ich befürchte, ein 30 Jahre alter T4 hat seinen Korrosionsschutz-Vorsprung auf einen 20 Jahre alten Transit auch schon "abgelebt" ...

    Gruß
    MiKo
    ----------------------------------------

    Caravelle 11/98 AHY+, 550940 km;
    (17.06.1999 bis 01.03.2018 - 6833 Tage)

    mittlerweile 53 Monate "auf Entzug" - der Caddy ist seit >120Tkm eine brauchbare "Ersatzdroge"

  • Das heißt du würdest davon abraten? Worauf sollte ich denn achten, wenn ich mir einen T4 zulege?


    Könnte man da nicht mit einer gründlichen Unterbodenschutzbehandlung noch was machen?

  • Quote

    Das heißt du würdest davon abraten? Worauf sollte ich denn achten, wenn ich mir einen T4 zulege?

    Darauf...

    Gebrauchtwagen-Checkliste – T4-Wiki


    Quote

    Könnte man da nicht mit einer gründlichen Unterbodenschutzbehandlung noch was machen?

    Was nutzt dir eine Unterbodenschutzbehandlung, wenn Schweller, Innenkotflügel, Trittstufen und sonstiges durchgerostet sind ?

    Gruss...Dieter 2CB T82 2011 CAYD - LZY

  • Die Unterbodenschutzbehandlung hat sich naürlich nicht auf den transit bezogen, das war vielleicht misverständlich, sondern auf den t4, der rosttechnisch scheinbar okay ist.

    der verkäufer sagt dazu:


    "Technisch ist der Bus in einem guten Zustand. Er hat ganz frischen TÜV (Bis 07/24). Lediglich das Automatikgetriebe sifft etwas. Was an sich nicht schlimm ist, da es an sich sehr leicht ist, das Öl nachzufüllen und es auch so wenig ist, dass wir bis jetzt noch nichts nachfüllen mussten. Ein Bus in dem Alter hat natürlich so einige Rostbaustellen. Das gröbste ist alles behandelt, aber das Thema Rost ist bei so einem Bus nie ganz ‚abgeschlossen."


    Ich hab mich eher gefragt, ob 230.000 km okay sind für so einen alten T4 und die Frage ob Benziner oder Diesel besser wäre.

  • Automatikgetriebe ? --- Laß es.

    Das ist im T4 als anfällig bekannt.


    Quote

    der verkäufer sagt dazu: "Technisch ist der Bus in einem guten Zustand.

    Was der Verkäufer sagt, spielt keine Rolle.

    Nur eigene Besichtigung und Prüfen auf Schwachstellen ist aussagefähig.


    Quote

    Ich hab mich eher gefragt, ob 230.000 km okay sind für so einen alten T4 und die Frage ob Benziner oder Diesel besser wäre.

    Bei der Laufleistung natürlich Diesel. Am besten mit ACV - Motor

    Gruss...Dieter 2CB T82 2011 CAYD - LZY

  • Was haltet ihr von dem hier?


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    lohnt es sich einen t4 zu kaufen der nur noch bis ende des jahren tüv hat?

  • Moin,


    wenn an einem >20 Jahre alten Auto von den neuralgischen Blechstellen nur der linke Schweller gezeigt wird (welcher dann noch eine "individualisierte" Form hat), macht mich das stutzig. Ach nee, die unbeplastikte Trittstufe ist auch noch zu sehen - zumindest ein Rostversteck weniger.

    Warum ist die Fahrertür gelblicher als die restliche linke Seite?

    Beim Hinweis "Rost hält sich in Grenzen, alles nur oberflächlich wie auf den Bildern zu sehen, keine Schweißarbeiten notwendig!" wünsche ich mir bessere Details als den linken Radlauf im Anschnitt.

    "HU auf Wunsch Neu !!!" - würde ich auf jeden Fall in Anspruch nehmen, und zwar nicht das Siegel vom reisenden TÜVologen, der einmal im Monat bei der Dorfwerkstatt vorbei schaut - was natürlich angesichts "ist abgemeldet" wieder schwierig wird, genauso wie die Probefahrt.


    Zweimal den Begriff "California" im Titel zu nennen, ist lizenzrechtlich mindestens bedenklich - "Selbstbau-Wohneinrichtung" trifft es eher. Und bei diesem Preis nicht auch noch die 2 Tanks mitzugeben, finde ich recht dreist.


    Und falls du drauf angewiesen bist: mit dem "robusten und pflegeleichten 2,4 Liter Saugdiesel 75 PS" (im Kopf der Anzeige steht 78) eine grüne Plakette zu bekommen, ist irgendwo zwischen schwierig und unmöglich ...

    Gruß
    MiKo
    ----------------------------------------

    Caravelle 11/98 AHY+, 550940 km;
    (17.06.1999 bis 01.03.2018 - 6833 Tage)

    mittlerweile 53 Monate "auf Entzug" - der Caddy ist seit >120Tkm eine brauchbare "Ersatzdroge"

  • Moin,

    leider habe ich wohl nicht alle Infos zu deinem ersten aufgenommen, sondern lediglich, dass es ein Benziner ist und ein Automatikgetriebe hat.

    Den Benziner gab es als 2 l (84PS) und als 2,5l (110PS in den ersten Jahren und ab 1996 mit 115PS. Die Benziner in der Automatikversion haben das Problem, dass sich der Wandler irgendwann verabschiedet. Sehr sehr häufig bei ca. 200tkm, einige kamen noch nicht mal so weit. Insofern ist die Laufleistung ebi dir mit 237.000 ein Punkt, an dem man anfassen müsste. Da die Automaten bei VW aus dem Regal gezogen wurden, gibt es sie häufig, eine Reparatur - ich hatte den 2,5l mit Automatik - lag bei mir bei 1700,- € (aber auch schon locker 15 Jahre her. Eine konkrete Info kannst du z.B. bei Getriebedienst Nord Itzehoe einfach telefonisch erfragen ( nur ein Beispiel) Wenn das gemacht ist, ist der Benziner mit der Laufleistung noch für viele km gut. Wie von den anderen schon angemerkt, muss man sich das Ganze anschauen. Die checkliste ist viel wert, super auch, wenn man jemanden hat, der sich mit den T4 auch ein wenig auskennt.

    Der Zweite ist da eher so gar nicht mein Fall, aber auch hier sei gesagt: wir reden immer über Fahrzeuge, die schon mindestens 20 Jahre eher 25 oder 30 Jahre auf der Welt unterwegs sind. Da steht an laufenden Sachen immer mal etwas an. Und die von dir erwähnten 2.000,- € muss man sicher nicht gleich am ersten Tag investieren, aber sie werden schon irgendwann man benötigt, Sei es Traggelenke, Bremsen, Auspuff oder was auch immer.

    Die große Frage bleibt eben, mit welchem Budget du unterwegs bist. Bei den T4 wirst du auch super gut erhaltene finden, denn es gibt schon einige, die auf die neuralgischen Ecken achten und ihn auch pflegen, aber dann darf man auch preislich noch gut hinlegen.

  • Mein Budget wären so ca 7000. Ist das ein realistischer Preisrahmen?

    Dass ich da immer wieder rein investieren muss, ist mir bewusst- aber das soll sich dann ja auch lohnen, was bei meinem durchrosteten Transit im Moment scheinbar nicht der Fall ist.


    Mir ist auch noch nicht ganz klar, ob ein Benziner oder Diesel "besser" ist. Wie sind denn hier so die Meinungen dazu?


    Und: Gibt es T4s mit Klimaanlage? Bin mit einem Hund unterwegs, da wär das im Sommer echt nötig.

  • Hallo,


    in diesem Punkt schließe ich mich RalphCC2 an.


    Wenn man es nicht selber machen kann sind 2k€ für die laufende Instandhaltung bei einem so alten, großem Auto (Transit, T4...) sehr schnell weg.

    7000€ für einen GUT erhalten T4 (mehr oder weniger echten) Camper? Nim mal ca. Faktor 1,5-3!

    Bei einem Wechsel kommst du vom Regen in die Traufe, und die kann noch viel teurer als der Regen sein.


    Unter diesen Vorrausetzungen auf Diesel/Benziner einzugehen ist (meiner Meinug nach) überflüssig.


    Vieleicht sprichst du das noch mal mit deiner Werkstatt durch?


    Zu ähnlichen Themen gibt es hier (und anderstwo) viel Lesestoff.


    Grüße,


    Klaus


  • Mojn xoha , und erst einmal herzlich Willkommen im Forum!


    Ich würde tatsächlich erst einmal beim Transit ansetzen. Wenn du mit ihm zufrieden bist, mehrere Jahre in ihn investiert hast, wäre ja erst einmal die Frage, was da rosttechnisch dran ist. Ist der großflächig durchrostet, gibt es Bilder oder eine Auflistung der Defekte? Welche Baustellen hat das Fahrzeug sonst?


    Der T4 hat per se eine sehr gute Langzeitqualität, Schwachstelle ist auch hier die Karosse (=> Rost) insbesondere der frühen Baujahre. Im Detail heißt das:


    Die ersten bzw. die Fahrzeuge mit „hohem VW-Zeichen“ erscheinen besser verarbeitet bzw. konserviert. Von 92-95 sind die Kisten rostanfällig, dies fällt mit der Umstellung auf die damals neuen Wasserbasislacke zusammen. Ab 1996 kam der Facelift („große Produktaufwertung“). Ab 1999 sind die Fahrzeuge umfassender verzinkt und damit rosttechnisch besser geschützt.


    Von der Technik sind die Fahrzeuge grundsolide und kaum kaputtzukriegen. Insbesondere die Diesel erreichen Laufleistungen zwischen 600-700tkm (TDI) bis 1.000.000 km (Saugdiesel).


    Ob ein Fahrzeug wirklich ganz gut da steht, lässt sich immer nur am eigentlichen Objekt der Begierde prüfen. Als Beispiel: Ein eigentlich „guter“ 99‘iger, der völlig durch war, weil der Blumenhändler als Erstbesitzer durchgängig seine feuchten Blumen über Jahrzehnte im Auto gelagert hatte.


    Da sich mittlerweile herumgesprochen hat, dass der T4 gut ist, gibt es auch entsprechende Betrüger und Blender auf dem Markt. Erbarmungslos seit 30 Jahren heruntergerockte Fahrzeuge werden von windigen Händlern oder Privaten aufgehübscht und zuweilen „übergeduscht“. Bei diesen gut erscheinenden Fahrzeugen bricht dann nach dem ersten Winter durch den Neulack der Rost, in der Regel sind die Verkäufer nichtmetrischer greifbar. GuteT4 werden häufig hoch, z.T. auch zu Mondpreisen - insbesondere der California- gehandelt.

  • Du must einfach oben in der Suche "Rost" im Forum eingeben. Oder schaue dir nur mal Bilder an.

    T4 rosten auch schrecklich, insbesondere in den Trägern. D.h. häufig sieht man das nicht, oder es ist oberflächlich gespachtelt, die tragenden Teile sind aber marode.


    Die letzten 5 Jahre habe ich etwa 4000,- in Summe für Rost ausgegeben. Das sind dann die Entrostungen, Austausch / Instandsetzungen, Lackierungen. Und damit ist er jetzt noch nicht fertig.

    Meiner ist BJ. 96. Außer dass er immer draußen war, gut behandelt.


    Ich würde sagen, Rost ist dem Alter entsprechend eine ständige Aufgabe.

  • Hallo,


    danke nochmal für die Einschätzung. Ich hänge hier mal die drei Bilder an, die ich vom Rost am Transit habe.

    Jetzt bin ich wieder unsicher, ob ich den nicht doch versuchen soll zu retten. Im September bin ich in Polen und könnte das da machen lassen, vielleicht wär das günstiger als in Deutschland?

    Ich war ja hier in einer Werkstatt, da meinte der Mensch er würde es nicht machen. Er würde mir empfehlen das Ding zu verkaufen und für 6000 was besseres zu kaufen (kann natürlich sein dass er keine Ahnung von den Preisen für ausgebaute Camper hat). Er meint, klar kann er für 2000 den ganzen Rost behandeln, aber da der Rahmen rostet und löchrig wird, wird das schwierig, weil es sein kann, dass er von innen nach aúßen rostet.

    Und das es dann immer noch passieren kann das ein ganz anderes Teil kaputt geht. Beim TÜV hab ich ja nur die Mängelliste bekommen von den Dingen die sichtbar waren, aber was sonst noch kaputt gehen könnte in nächster Zeit, das weiß ich nicht

  • Also mit mind. 10.000 kaufpreis für einen guten t4 rechnen? das liegt finanziell leider nicht in meinem Spektrum der Möglichkeiten.

    Den Spruch mit dem Regen und der Traufe hab ich nicht verstanden, deutsche Sprichwörter sind nicht so meine Stärke :D


    Ich hab den Transit für 4200 gekauft und bisher ca 1500 reingesteckt.

    Der Schrauber aus der Werkstatt sagt, jetzt, ohne TÜV sei der Transit maximal 2000 Euro Wert.


  • Was oben geschrieben wurde ist nicht ganz korrekt.

    Ab 01/1995 war das mit den Katastrophenbaujahren von 1993/1994 vorbei. Die Dinger faulten tatsächlich gruselig.

    Das Teil was ich vor dem jetzigen TDI hatte war ein ACU 5-Zylinder Benziner aus 04/1995. Den habe ich 2004 rostfrei abgegeben obwohl er meist draußen stand und auch im Winter gefahren wurde.

    Da waren die 1994er schon an der C-Säule der Fahrerseite, Schwellern und Radläufen schon teilweise deutlich zerfressen.

    Btw: der Allstar läuft immer noch :thumbup:

  • Da ich hier gerade mit einem Karosseriebauermeister zusammen sitze:


    Der meinte auch, dass du da wahrscheinlich eine bekannte gegen eine unbekannte Baustelle tauschst und war sich eher weniger sicher, dass das eine gute Idee ist.